Hotel Ottenstein – in Umsetzung

15.09.2021

Executive Summary

Die Viktor Hotel Ottenstein Besitz GmbH beabsichtigt eine schrittweise thermische Gesamtsanierung der gesamten Hotelanlage Ottenstein. Dazu gehören fünf Reihen (A bis E) mit unterschiedlich großen, ein- oder zweigeschossigen Bungalows mit Hotelzimmern und Seminarräumen.
Auf dem Gelände befindet sich weiters ein Gebäude mit Rezeption und Bürotrakt sowie ein Gebäudetrakt mit Restaurant (Küche und Speiseräume), Veranstaltungssälen und Kegelbahn. In der ersten Phase, zu der dieser Antrag um Mustersanierung vorbereitet wurde, werden die 1966 errichteten Gebäude der Reihen D und E umfassend saniert. Die Reihe D besteht aus 3 und die Reihe E aus 5 Gebäudeblöcken mit bisher unterschiedlichen Nutzungen. Aufweisen

Die ausschließlich betrieblich genutzten Gebäude werden im Zuge der Sanierung um rund 15 % vergrößert. Die Gebäude der Reihe D haben derzeit keine Wärmedämmung, die Gebäude der Reihe E weisen 6-8 cm Wärmedämmung auf. Im Rahmen der thermischen Sanierung ist die Dämmung der Wände, Decken und Fußböden vorgesehen. Alle Fenster und Türen werden gegen hochwertige Holz-Alu-Fabrikate ausgetauscht.
Die Wärmeversorgung erfolgt derzeit mittels Netzstrom über Direktheizpaneele. Im Zuge der Sanierung ist eine Umstellung auf eine Fußbodenheizung vorgesehen, die aus Wärmepumpen gespeist wird. Sämtliche Hotelzimmer und sonstigen Räume erhalten eine kontrollierte Raumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Für die Stromversorgung ist eine PV-Anlage geplant. Für die Speicherung und Nutzung von Regenwasser sowie Grundwasser (u.a. für die Wärmepumpen) ist die Anlage mehrerer Teiche vorgesehen. Für die Hotelanlage ist ein ganzheitliches EMS Energiemanagement-System geplant.

Ausgangszustand

Gebäude

Eigentümer/ Betreiber:

  • Viktor Hotel Ottenstein Besitz GmbH
    Promenadeweg 1
    3012 Wolfsgraben-Heimbautal
    Telefonnummer: +43-676-845850485
    E-Mail: hunor@ince.money

Ansprechpartner / Kontaktpersonen:

  • Ing MSc Otmar Schlager
    Telefonnummer: +43-2842-21800/15
    E-Mail: o.schlager@ekut.at

Architekt:

Technische Planer:

Beteiligte Kontrolle:

Standort:

  • Peygarten-Ottenstein 60
    3532 Rastenfeld

Gebäudetyp:

  • Beherbergung

Errichtungsjahr Bestandsgebäude:

  • 1966

Größe (BGF):

  • Bestand: 3.174 m²

Zustand/ Ausstattung Bestand:

Motiv der Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme im Bestand:

Ziele

Vision

Wünsche / Ziele Bauherr Ökologie/ Energieeffizienz/ Komfort:

  • Es soll so viel wie möglich von der alten Substanz bewahrt werden und mit Holz und anderen erneuerbaren Materialien zu erneuern. Weniger Abbruch bedeutet weniger CO2. Thermische Sanierung mit Holzfaser oder ähnlichem. Fenster und das Dach der ehemaligen Jugendherberge zu erneuern und mit Photovoltaik auszustatten. Heizungssystem mit erneuerbarer Energie wie Luft/Wasser Wärmepumpe umbauen und Photovoltaik dazu anschließen. So kann man die Energiekosten senken und das Niveau
    der Pariser Ziele 2050 zu erreichen. Der Bestand soll soweit es geht erhalten bleiben (Graue Masse) und den modernen Anforderungen des zukünftigen Gastes und aktuellen Bau Vorschriften angepasst werden.
  • Mit der Digitalisierung und dem Energiemanagement kann auch die Buchung eines Zimmers, sowie die Heizung gesteuert werden, dass der Energieverbrauch optimal genutzt wird. Das System kann bei Nichtbelegung jedes Zimmer abschalten und so Energie sparen. Hier ist auch der Heißwasserbedarf nach Personen steuerbar und kann von Bereichen, in denen die Energie nicht gebraucht wird zu den Bereichen umgeleitet werden, wo ein Bedarf ist.
  • Sämtliche Gewerke sollen aus Österreich stammen und so die Region stärken. Kurze Wege sollen genauso die CO2 Belastung bei Lieferung und Anfahrt mindern. Langfristig soll eine moderne Hotel-Ressortanlage mit Vorbildwirkung entstehen, mit der man
    aufzeigt, wie man bestehende Technologien so kombinieren kann, dass die Auswirkungen von CO2 Emissionen nicht nur beim Bau, sondern auch während des Betriebes um etwa 70% reduziert werden kann. Dieses neue innovative Energie- und Marketing Konzept ist
    einzigartig und bildet den Grundstein für weitere Investitionen.

Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten:

  • Das Gebäude soll durch Dämmung der Außenwände mit 10-20 cm Holzfaserdämmplatten, durch Dämmung der obersten Geschoßdecke mit 40 cm Zellulose, durch Dämmung der untersten Geschoßdecke mit 4 cm EPS, durch Dämmung der erdanliegenden Wände mittels 10 cm XPS sowie den Austausch der Fenster (Holz-Fenster mit 3-fach Verglasungen) thermisch saniert werden.

Baustoffe:

  • 10-20 cm Holzfaserdämmplatten (Außenwand)
  • 40 cm Zellulose (oberste Geschoßdecke)
  • 10 cm XPS (erdanliegende Außenwand)
  • 4 cm EPS (unterste Geschoßdecke)

Fensterqualität:

  • Austausch der Fenster (Holz-Fenster mit 3-fach Verglasungen)

Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails:

Luftdichtigkeitskonzept:

 

Haustechnik

Heizung:

  • Die bestehende, elektrisch betriebenen Direkt-Heizpaneele werden durch eine Fußbodenheizung in Kombination mit einer Wärmepumpe (220 kW) und PV-Strom mit Energiespeicher ersetzt. Die Wärmepumpe wurde nicht zur Förderung beantragt.

Kühlung:

  • Als Verschattungssystem und zur Reduzierung des Kühlbedarfes werden außenliegende Sonnenschutzelemente installiert.

Lüftung:

  • Es werden in den Hotelzimmern, Seminarräumen und sonstigen Aufenthaltsräumen kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen samt Wärmrückgewinnung, Luftfiltern und Sensoren für Luftqualitätsregelung in den Außenwänden eingebaut.

Warmwasser:

Elektrik:

Regelungstechnik:

  • Es wird ein Energieverbrauchsmonitoring installiert.

PV-Anlage:

  • Es ist geplant eine Photovoltaik-Anlage mit einer Modulfläche von rund 1.600 m² und einer Leistung von 320 kWp zu errichten. Der direkte Eigenverbrauch am gesamten Hotelkomplex wurde mit 281.600 kWh prognostiziert. Die PV Anlage wurde nicht zur Förderung beantragt.

 

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung:

  • Dämmung des Gebäudes
  • Austausch der Fenster
  • Umstellung der Beleuchtung auf LED
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Abwärmenutzung:

  • Wärmerückgewinnung aus der Lüftungsanlage

Nutzung Erneuerbarer Energiequellen:

  • PV-Anlage (320 kWp)
    Wärmepumpe (220 kW)

Besondere Lösungen:

  • Es sollen Dämmstoffen mit österr. Umweltzeichen bzw. natureplus eingesetzt werden.

Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.

Als Heizlast versteht man jene Wärmelast die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf/ vorher:

  • 144,55 kWh/m²a HWBref,RK

Heizwärmebedarf/ nachher:

  • 26,37 kWh/m²a HWBref,RK

Kühlbedarf/ vorher:

Kühlbedarf/ nachher:

Spezifische Heizlast:

Erwartete CO2- Einsparung:

  • In Summe kann eine Reduktion der CO2-Emissionen von 113,5 Tonnen pro Jahr erzielt werden.

Erwartete Einsparung:

  • Heizwärmebedarf Referenz – Reduktion: ca. 82%
  • fGEE – Reduktion: ca. 89%
  • Strom – Reduktion: ca. 69%

Messungen im Rahmen der Qualitätssicherung Herstellung:

 

Kosten

Investitionskosten:

  • Beantragte Investitionskosten: 2.531.791,90 EUR
  • Umweltrelevante Kosten: 2.346.499,00 EUR

Förderungen:

  • Förderbasis: 1.994.524,00 EUR
  • Voraussichtliche Förderhöhe: 800.000,00 EUR

Kosten je m² BGF:

  • ca. 379 €/m² BGF (Beantragte Invest.kosten/m² BGF Bestand)

Persönliche Erfahrungen

Planungs- und Bauphase

Bericht zum Planungsprozess (Zusammenarbeit der Akteure, Schwierigkeiten, best practice Beispiele):

Hindernisse im Planungsprozess (Genehmigungen/ Behörden/ Anrainer/…):

Empfehlungen:

Chronologie/Bautagebuch:

  • Planungsstart:
    Baustart:
    Baufertigstellung:

Nutzung:

Nutzungskomfort:

Erfahrungen:

Energieausweise & Planung

Ihre Ansprechpartner

Architekt