Theater- und Feriendorf Königsleitn – in Umsetzung

15.09.2021
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Executive Summary

1973 wurde von der Marktgemeinde Litschau (NÖ), eine Tennishalle in Massivbauweise (Stahlbeton) errichtet. Das Gebäude verfügt über ein Erdgeschoß und einen Dachboden sowie ein teilunterkellertes Nebengebäude, welches die Garderoben, Sanitärbereiche und einen Gastronomiebereich enthält. Die Bruttogrundfläche des Gebäudes beträgt 1.771,66 m². Im Bestand wurde die gesamte Anlage mit elektrischer Energie beheizt.
Die Halle wurde in den letzten Jahren immer weniger genutzt und die Theater- und Feriendorf GmbH hat 2020 begonnen im Zuge einer Konzeptänderung des Feriendorfes, auch die Nutzung der Tennishalle zu verändern, und diese in ein Theater-Probe-Refugium überzuführen. Im Wesentlichen wurden am Gebäude seit der Errichtung keine substanz-verbessernden baulichen Maßnahmen gesetzt. Die Bauteile des Gebäudes entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik bzw. den aktuellen Anforderungen.
Zukünftig soll das Gebäude sowohl als Veranstaltungshalle, aber vor allem als Proberefugium für Theatergruppen dienen. Die neue Halle soll vier Theaterproberäume, die bei Bedarf in eine einzige Halle zusammenführbar sein sollen. Im Zuge der Mustersanierung ist geplant, das Gebäude thermisch-energetisch zu sanieren und Maßnahmen zur Anwendung erneuerbarer Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz umzusetzen. Insbesondere der Einbau neuer Fenster und Türen samt Außenjalousien ist geplant, sowie die Errichtung einer Vollwärmeschutzfassade inklusive einem ausreichend wärmegedämmten Dachboden bzw. einer Kellerdecke und erdberührten Kellerboden.
Desweitern soll ein Tiefenbohrung-Wärmepumpensystem, als Heizsystem ohne großen Ressourcenbedarf, mit Zentralfußbodenheizung und Nachheizregister für die Lüftungsanlage (mit Wärmerückgewinnung) eine weitere Verbesserung der Energieeffizienz bewirken.

Ausgangszustand

Gebäude

Eigentümer/ Betreiber:

  • Theater- und Ferinendorf GmbH
    Buchenstraße 1
    3874 Litschau
    Telefonnummer: +43-664-3266678
    E-Mail: buchhaltung@koenigsleitn.at

Ansprechpartner / Kontaktpersonen:

  • DI Christoph Waldhäusl
    Telefonnummer: +43-2842-21800/19
    E-Mail: C.waldhaeusl@ekut.at

Architekt:

Technische Planer:

  • HYDRO INGENIEURE Umwelttechnik GmbH
    DI Andreas Pfabigan
    Steiner Landstraße 27a
    3504 Krems-Stein
    Telefonnummer: +43-664-60806460
    E-Mail: a.pfabigan@hydro-ing.at

Beteiligte Kontrolle:

Standort:

  • Strandbadstraße
    3874 Litschau

Gebäudetyp:

  • Beherbergung

Errichtungsjahr Bestandsgebäude:

  • 1973

Größe (BGF):

  • Bestand: 1.772 m²

Zustand/ Ausstattung Bestand:

Motiv der Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme im Bestand:

Ziele

Vision

Wünsche / Ziele Bauherr Ökologie/ Energieeffizienz/ Komfort:

Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten:

  • Das Gebäude soll im Wesentlichen durch Dämmung der Außenwände sowie der Dachflächen mit 24 cm Zellulose und durch Dämmung der erdanliegenden Böden mittels 10 cm XPS thermisch saniert werden.

Baustoffe:

  • 24 cm Zellulose (Außenwand)
  • 10 cm XPS (erdanliegende Böden)
  • 24 cm Zellulose (Dach)

Fensterqualität:

  • Austausch der Fenster (Holz-Alu Fenster mit 3-fach Verglasungen)

Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails:

Luftdichtigkeitskonzept:

 

Haustechnik

Heizung:

  • Die bestehenden, elektrisch betriebenen Direkt-Heizpaneele werden durch eine Fußbodenheizung in Kombination mit einer Wärmepumpe (87,3 kW) und PV-Strom mit Energiespeicher ersetzt. Es werden 13 Tiefenbohrungen mit jeweils 100 lfm am Areal ausgeführt. Die Wärmepumpe wird im Sommer auch zur passiven Kühlung herangezogen.

Kühlung:

  • Mittels eines eigenen Kühlwärmetauschers wird auch Kälteenergie für den Kühlbetrieb geliefert. Die Kühlung über die Fußbodenheizung erfolgt passiv und dient zur Raumkühlung. Es kann optional auch über die Lüftungsanlage mit WRG aktiv gekühlt werden. Die Kühlung dient auch der Regeneration der Tiefensonden. Dadurch wird in der Praxis eine höhere Jahresarbeitszahl erreicht.
    Als Verschattungssystem und zur Reduzierung des Kühlbedarfes werden außenliegende Sonnenschutzelemente installiert.

Lüftung:

  • Die Haupthalle wird mit einem eigenen Lüftungsgerät ausgestattet. Die Einheit kann die Halle mit einer Frischluftmenge von 4.136 m³/h versorgen. Die Anlage enthält eine WRG und ein Nachheizregister, welches direkt mit der Wärmepumpe versorgt werden kann.

Warmwasser:

Elektrik:

  • Im Zuge der Sanierung wird die Beleuchtung des Gebäudes auf effiziente LED-Systeme umgestellt. Dadurch kann der Strombedarf für die Beleuchtung um 9.708 kWh reduziert werden.

Regelungstechnik:

PV-Anlage:

  • Es ist geplant eine Photovoltaik-Anlage mit einer Modulfläche von rund 1.531 m² und einer Leistung von 303 kWp zu errichten. Der direkte Eigenverbrauch am gesamten Hotelkomplex wurde mit 134 MWh prognostiziert.

 

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung:

  • Thermische Sanierung
  • Austausch der Fenster
  • Umstellung auf LED
  • Umstieg auf Wärmepumpe
  • PV-Anlage

Abwärmenutzung:

  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Nutzung Erneuerbarer Energiequellen:

  • PV-Anlage mit 303 kWp
  • Wärmepumpe

Besondere Lösungen:

  • Einsatz von Dämmstoffen mit österr. Umweltzeichen oder natureplus / Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
  • Es ist geplant einen Wasserstoffspeicher in das PV-Konzept zu integrieren. Die PV Anlage und der Wasserstoffspeicher wurde nicht zur Förderung beantragt.

Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.

Als Heizlast versteht man jene Wärmelast die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf / vorher:

  • 172,9 kWh/m²a HWBref,RK entspricht 270,7 kWh/m²a HWBref,SK

Heizwärmebedarf / nachher:

  • 29,7 kWh/m²a HWBref,RK entspricht 29,4 kWh/m²a HWBref,SK

Kühlbedarf / vorher:

  • 0 kWh/m³a KB*RK entspricht 0 kWh/m²a KB,SK

Kühlbedarf / nachher:

  • 0 kWh/m³a KB*RK entspricht 48,5 kWh/m²a KB,SK

Spezifische Heizlast / vorher:

  • 222 kW entspricht 125,3 W/m² BGF

Spezifische Heizlast / nachher:

  • 73,4 kW entspricht 29,9 W/m² BGF

Erwartete CO2- Einsparung:

  • In Summe kann eine Reduktion der CO2-Emissionen von 148,02 Tonnen pro Jahr erzielt werden.

Erwartete Einsparung:

  • Heizwärmebedarf Referenz – Reduktion: ca. 83%
  • fGEE – Reduktion: ca. 64%
  • Strom – Reduktion: –

Messungen im Rahmen der Qualitätssicherung Herstellung:

 

Kosten

Investitionskosten:

  • Beantragte Investitionskosten: 1.807.276,00 EUR
  • Umweltrelevante Kosten: 1.736.521,00 EUR

Förderungen:

  • Förderbasis: 1.709.451,00 EUR
  • Voraussichtliche Förderhöhe: 584.150,00 EUR

Kosten je m² BGF:

  • ca. 1.020 €/m² BGF (Beantragte Invest.kosten/m² BGF Bestand)

Persönliche Erfahrungen

Planungs- und Bauphase

Bericht zum Planungsprozess (Zusammenarbeit der Akteure, Schwierigkeiten, best practice Beispiele):

Hindernisse im Planungsprozess (Genehmigungen/ Behörden/ Anrainer/…):

Empfehlungen:

Chronologie/Bautagebuch:

  • Planungsstart:
    Baustart:
    Baufertigstellung:

Nutzung:

Nutzungskomfort:

Erfahrungen:

Energieausweise & Planung

Ihre Ansprechpartner

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