TASCA GmbH – in Umsetzung

15.09.2021

Executive Summary

Die TASCA Immobilien GmbH beabsichtigt eine thermische Gesamtsanierung eines 1960 errichteten Gebäudes. Das zweistöckige Gebäude, welches ursprünglich als Wohnhaus und danach als Büro genutzt wurde, soll nun im Zuge der Sanierungsarbeiten in eine Pension mit 12 Betten adaptiert werden.
Die Pension wird ausschließlich betrieblich genutzt und wird im Zuge der Sanierung von 887 m³ auf 929 m³ vergrößert.
Die thermische Sanierung umfasst die Anbringung einer Vollwärmeschutzfassade, die Dämmung des Daches, der obersten Geschossdecke, des erdanliegenden Bodens und den Austausch der Fenster und Außentüren. Neben der thermischen Sanierung wird die vorhandene Ölheizung gegen eine Wärmepumpe ersetzt sowie eine Photovoltaikanlage angebracht und die Beleuchtung auf moderne LED-Beleuchtung ausgetauscht. Weiters wird der Reststrombezug zukünftig durch Ökostrom abgedeckt.

Ausgangszustand

Gebäude

Eigentümer/ Betreiber:

  • Tasca GesmbH
    Uttissenbach 24
    3911 Zwettl
    Telefonnummer: +43-676-5900100
    E-Mail: christof.kastner@kastner.at

Ansprechpartner / Kontaktpersonen:

  • Ing MSc Otmar Schlager
    Telefon: +43-2842-21800/15
    E-Mail: o.schlager@ekut.at

Architekt:

Technische Planer:

Beteiligte Kontrolle:

Standort:

  • Uttissenbach 24
    3911 Zwettl

Gebäudetyp:

  • Beherbergung

Errichtungsjahr Bestandsgebäude:

  • 1960

Größe (BGF):

  • Bestand: 887 m²

Zustand/ Ausstattung Bestand:

  • Die Bauteile des Gebäudes entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik
    bzw. den aktuellen Anforderungen. Die Außenwände von Erdgeschoß und Obergeschoß bestehen aus Leca Blockstein mit Verputz. Die Erdgeschossdecke besteht bisher aus ca. 30 cm starkem Aufbau mit Einhängesteinen ohne Dämmung.

Motiv der Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme im Bestand:

Ziele

Vision

Wünsche / Ziele Bauherr Ökologie/ Energieeffizienz/ Komfort:

  • Die Zielsetzung war trotz der Umstrukturierung bzw. Zuordnung der Neunutzung als Hotel, die bestehende Gebäudesubstanz weitgehend zu erhalten. Die Sanierungsmaßnahmen, neue Tür- und Fensterkonstruktionen sowie neue Fassadendämmung, Sanierung erdanliegender Böden bzw. Kellerdecken und Adaptierung der Dachbodendämmung können in einer „Bauphase“ durchgeführt werden. Die  Umstrukturierung des Heizungssystems beinhaltet die größte Herausforderung. Ein Anschluss an die Fernwärme ist aufgrund der exponierten Lage nicht möglich. Bei der Entscheidung einer Sole/Wasser-Wärmepumpe (Tiefenbohrung) wurde eine Langzeitlösung angestrebt. Die 7,1 kWp PV-Anlage ist für den Hotelbetrieb gut geeignet, und zeichnet sich durch einen hohen Eigenverbrauchsanteil aus.

Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten:

  • Das Gebäude soll durch Dämmung der Außenwände mit 16 cm Hanfdämmplatten, durch Dämmung des Daches mit 30 cm Zellulose, die Dämmung der obersten Geschoßdecke mit bis zu 100 cm Zellulose, sowie den Austausch der Fenster (Holz-Fenster mit 3-fach Verglasungen) thermisch saniert werden.

Baustoffe:

  • 16 cm Hanfdämmplatten (Außenwand)
  • 30 cm Zellulose (Dach)
  • bis zu 100 cm Zellulose (oberste Geschoßdecke)

Fensterqualität:

  • Sämtliche Fenster, Türen und Portale in den Außenwänden werden durch hochwertige Holz-Alu-Fabrikate mit 3-fach Wärmeschutzverglasung (Ug=0,5 W/m²K, Uf=0,85 W/m²K) ersetzt, und die Rohbauöffnungen (Abbruch der Parapete) werden dafür entsprechend angepasst.

Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails:

Luftdichtigkeitskonzept:

 

Haustechnik

Heizung:

  • Das gesamte Gebäude wird im Bestand mit Öl beheizt. Zukünftig soll die Wärme- und Warmwasserversorgung durch eine Erdwärmepumpe mit 10,5 kW thermischer Leistung abgedeckt werden.

Kühlung:

  • Für den Sonnenschutz werden an den Fenstern Raffstores angebracht (außenliegende Verschattung mit elektrischer Betätigung). Am Eingangsportal wird ein Vordach montiert.

Lüftung:

Warmwasser:

  • Zukünftig mittels Erdwärmepumpe

Elektrik:

  • Im Zuge der Sanierung wird die Beleuchtung des Gebäudes auf effiziente LED-Systeme umgestellt. Dadurch kann der Strombedarf für die Beleuchtung um 700 kWh reduziert werden.

Regelungstechnik:

PV-Anlage:

  • Es ist geplant eine Photovoltaik-Anlage mit einer Modulfläche von rund 37,1m² und einer Leistung von 7 kWp zu errichten, welche jährlich zirka 6,4 MWh an Strom liefert. Der Reststrombedarf von 1,6 MWh wird durch Ökostrom abgedeckt.

 

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung:

  • Thermische Sanierung
  • Austausch der Fenster
  • Umstellung auf LED
  • Außenanliegende Sonnenschutzelemente

Abwärmenutzung:

Nutzung Erneuerbarer Energiequellen:

  • PV-Anlage (7 kWp)

Besondere Lösungen:

  • Einsatz von Dämmstoffen mit österr. Umweltzeichen oder natureplus / Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.

Als Heizlast versteht man jene Wärmelast die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf / vorher:

  • 262,3 kWh/m²a HWBref,RK entspricht 327,6 kWh/m²a HWBref,SK

Heizwärmebedarf / nachher:

  • 34,8 kWh/m²a HWBref,RK entspricht 44,3 kWh/m²a HWBref,SK

Kühlbedarf / vorher:

Kühlbedarf / nachher:

  • 0,5 kWh/m³a KB*RK entspricht 36,3 kWh/m²a KB,SK

Spezifische Heizlast / vorher:

  • 34,3 kW entspricht 123,8 W/m² BGF

Spezifische Heizlast / nachher:

  • 12,7 kW entspricht 41,9 W/m² BGF

Erwartete CO2- Einsparung:

  • In Summe kann eine Reduktion der CO2-Emissionen von 42,17 Tonnen pro Jahr erzielt werden.

Erwartete Einsparung:

  • Heizwärmebedarf Referenz – Reduktion: ca. 87%
  • fGEE – Reduktion: ca. 87%
  • Strom – Reduktion: –

Messungen im Rahmen der Qualitätssicherung Herstellung:

 

Kosten

Investitionskosten:

  • Beantragte Investitionskosten: 422.172,00 EUR
  • Umweltrelevante Kosten: 368.110,00 EUR

Förderungen:

  • Förderbasis: 353.386,00 EUR
  • Voraussichtliche Förderhöhe: 133.330,00 EUR

Kosten je m² BGF:

  • ca. 476 €/m² BGF (Beantragte Invest.kosten/m² BGF Bestand)

Persönliche Erfahrungen

Planungs- und Bauphase

Bericht zum Planungsprozess (Zusammenarbeit der Akteure, Schwierigkeiten, best practice Beispiele):

Hindernisse im Planungsprozess (Genehmigungen/ Behörden/ Anrainer/…):

Empfehlungen:

Chronologie/Bautagebuch:

  • Planungsstart:
    Baustart:
    Baufertigstellung:

Nutzung:

Nutzungskomfort:

Erfahrungen:

  • Das Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie auch im „Kleinen“, bei sehr überschaubaren Sanierungsprojekten deutlich sichtbare Schritte für die Energiewende und Klimaschutz durchführbar sind. Dieses Projekt ist aufgrund seiner massentauglichen Dimension für viele tausende gut nachvollziehbar.

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