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Kontakt

Gemeindeamt Kautzen

Bgm. Manfred Wühl,

Amtsleiter: Eglau Franz

A-3851 Kautzen, Waidhofnerstraße 14

E-Mail

Web

Planung - Schema Energiekonzept

Energieausweis

Gemeindeamt, Kautzen

Executive Summary

Das Gemeindeamt der Marktgemeinde Kautzen wird einer thermisch-energetischen Sanierung unterzogen.

Im Rahmen der Sanierung werden die Außenwände mit 20 cm EPS-F Plus (expandiertes Polystyrol, Polystyrol-Hartschaum, Styropor) und die oberste Geschossdecke mit 30 cm Dämmplatten versehen. Die Kellerdecke des Gemeindeamts wird mit 20 cm Polystyrol erweitert. Die alten Fenster werden durch neue Fenster mit 3-Scheiben-Isolierverglasung ersetzt.

Die Wärme wird nach der Sanierung weiterhin von der örtlichen Fernwärme aus Biomasse geliefert. Die Warmwasserbereitung erfolgt über Elektro-Kleinspeicher.

Zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Beleuchtung wird das bestehende ineffiziente Beleuchtungssystem gegen T5- Leuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten ausgetauscht. Ein Lichtlenksystem und eine Steuerung der Leuchten verbessert weiter die Effizient und es wird eine Stromeinsparung von etwa 300 kWh/a erreicht.

Zusätzlich wird eine 21 m²- Photovoltaikanlage mit einer Peak-Leistung von 3kW Strom für den Eigenbedarf produzieren. Der jährliche Netzstrombezug verringert sich durch die effizientere Beleuchtung und durch die neue Photovoltaikanlage um ca. 3,3 MWh/a.

 

Mustersanierungen im öffentlichen Bereich

Ausgangszustand

Gebäude

Eigentümer/ Betreiber Gemeinde Kautzen
Ansprechpartner / Kontaktpersonen Bgm. Manfred Wühl,

Amtsleiter Eglau Franz

Architekt

Baumeister

Ing. Franz Hofstätter

Ziehrerstraße 12, 3830 Waidhofen/Thaya

Standort A-3851 Kautzen, Waidhofnerstraße 14
Gebäudetyp Büro- und Wohngebäude
Errichtungsjahr Bestandsgebäude 1978
Größe (BGF) 494 m² (638,20 m² mit Wohnung)
Zustand/ Ausstattung Bestand Die kleinstrukturierte Gemeinde Kautzen im Waldviertel plante die thermisch-energetische Sanierung ihres Gemeindeamts.

Das Gebäude ist in 2 Hälften unterteilt, wobei in einer Hälfte das Gemeindeamt samt Sitzungssaal untergebracht ist, während sich in der anderen Hälfte eine Arztpraxis im Erdgeschoss sowie eine Wohnung im Obergeschoss befinden.

Das Gebäude aus den 70er Jahren war im schlechten Zustand, was eine Sanierung unumgänglich machte. Der Gemeinde Kautzen lag der Klimaschutz schon immer am Herzen, daher entschloss man sich zu einer umfassenden Sanierung im Programm der Mustersanierung 2011 des Klima- und Energiefonds.

Die Bauschäden führten zu Wassereintritten über das Dach, Tauanfall im Dachgeschoss, zugefrorenen Dachrinnen uvm. Die bestehenden Durisolwände waren nicht gedämmt, die Holzfenster undicht und das Gebäude wurde ohne jegliche „Energiesparfunktion“ betrieben.

Das Dach war mit 3cm EPS nur schwach gedämmt; die Fenster und Türen wiesen einen durchschnittlichen U-Wert von 2,41 W/(m²K) auf.

 

 Motiv der Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme im Bestand Neben den Schwachstellen beim schlechten Wärmeschutzes des Gebäudes, die vorhandenen Bauschäden und der fehlende Komfort war die Behaltung der Artzinfrastruktur ein Motiv für die Gemeinde und für die Sanierung des Gebäudes.

 

Ziele

Vision

Wünsche / Ziele Bauherr Ökologie/ Energieeffizienz/ Komfort Für den Ort soll ein Vorzeigeobjekt hinsichtlich Energieeffizienz, Heizkostenersparnis, Nutzung erneuerbarer Energiequellen und Eigenstromerzeugung entstehen.

Die Gemeinde wurde 1993 mit dem 1. Preis beim Klimaschutzpreis im Bereich „Kleine Gemeinden“ von Greenpeace ausgezeichnet. Auch ist die Gemeinde Teil der Klima- und Energiemodellregion „Zukunftsraum Thayaland“ und ist im Zuge dessen auf die Förderung vom Klima- und Energiefonds aufmerksam geworden.

Auf Luxus wurde weitgehend verzichtet, da andere Investitionen, wie die Installation einer Photovoltaikanlage, die Strom für den Eigenbedarf produzieren soll, den Bauherrn wichtiger war.

Ziele Planer

1) Kostentreue, hohe Ausführungsqualität sowie Schaffung eines barrierefreien Zugangs.

2) Der ursprüngliche Stil der Fassade soll erhalten bleiben.

 

Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten

Die Außenwände des Gebäudes werden mit EPS-F Plus gedämmt, was den U-Wert der ursprünglichen Mantelbetonwand von 0,70 W/(m²K) auf 0,13 W/(m²K) verbessert.

Die oberste Geschossdecke wird mit 30cm Polystyrol gedämmt wodurch sich der U-Wert von 0,75 W/(m²K) auf 0,11 W/(m²K) verringert.

Auch die Kellerdecke wird an der Unterseite mit 10 cm EPS-F Plus versehen und weist nach der Sanierung einen U-Wert von 0,26 W/(m²K) auf.

Baustoffe EPS zur Dämmung der Gebäudehülle.
Fensterqualität Isoliergläser mit 3 Scheibenverglasung und einem U-Wert von 0,83-1,24 W/(m²K).
Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails Der Balkon des Sitzungssaales wurde abgebrochen, da keine Notwendigkeit bestand diesen zu erhalten. Um den Wohnungs-Balkon auf der Südseite des Gebäudes zu erhalten, wurde dieser ebenso thermisch saniert und Wärmebrücken vermieden.

 

Haustechnik

Heizung

Die ursprüngliche Ölheizung wurde bereits im Jahr 1990 durch örtliche Fernwärme aus Biomasse ersetzt. Die Fernwärmeversorgung wurde beibehalten.

Die Wärmeverteilung erfolgt weiterhin über die bestehenden modern wirkenden Heizkörper.

Kühlung Keine Kühlmaßnahmen erforderlich.
Lüftung Fensterlüftung mit Hilfe von CO2-Ampeln
Sanitär Die Warmwasserbereitung erfolgt über Elektro-Kleinspeicher.
Elektrik

Die Beleuchtungsanlage wird erneuert und es kommen zukünftig T5-Leuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten und einem Lichtlenksystem zum Einsatz. Durch diese Effizienzmaßnahme werden ca. 300 kWh/a an elektrischer Energie eingespart.

Eine 4 kWp Photovoltaikanlage soll Strom für den Eigenbedarf erzeugen. Dabei wird der Überschuss in das örtliche Stromnetz eingespeist.

Regelungstechnik

Die Heizung wird außentemperaturgeführt betrieben. Auch eine Nacht- und Wochenendabsenkung ist vorhanden und soll zu einer zusätzlichen Einsparung beitragen.

Eine Eigenverbrauchsoptimierung des erzeugten Photovoltaikstroms wird angestrebt, da die Klima- und Energiemodellregion ebenso versucht so viel Energie wie möglich selbst zu erzeugen und in der Region wiederum zu verbrauchen.

Solaranlage

Die Sonnenenergie wird durch eine PV-Anlage in Strom umgewandelt. Die Gemeinde fördert die Anschaffung von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen und erhofft sich mitunter eine Vorbildwirkung für die Bewohner.

Die PV-Anlage mit 4 kWp liefert im Jahr ca. 4,4 MWh Strom für den Eigenbedarf.

 

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung Der Netzstrombezug konnte durch die Effizienzmaßnahmen in der Beleuchtung und durch die Installation einer PV-Anlage um ca. 4,7 MWh/a verringert werden.
Nutzung Erneuerbarer Energiequellen Durch den Fernwärmeanschluss (Blockheizkraftwerk mit Hackgut betrieben) werden lokale erneuerbare Energieträger zur Wärmeerzeugung genutzt.

Die Photovoltaikanlage nutzt die Sonnenenergie zur Erzeugung von umweltfreundlichem Strom über viele Jahre.

Besondere Lösungen Eine CO2-Ampel schafft Bewusstsein und zeigt die Frischluftnotwendigkeit in den Büroräumlichkeiten.

 

Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.

Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf/ vorher 36,99 kWh/(m³a)

Bzw. lt. EA (Energieeffizienzklasse D): 129 kWh/(m²a)

Heizwärmebedarf/ nachher 8,05 kWh/(m³a)

bzw. lt EA(Energieeffizienzklasse B): 32 kWh/(m²a)

Kühlbedarf/ vorher 0,17 kWh/(m³a)
Kühlbedarf/ nachher

 0,63 kWh/(m³a)

Trotz dieser Erhöhung wird das vorgeschriebene Kriterium eingehalten.

Spezifische Heizlast Vorher: 66,6 W/(m²BGF)

Nachher: 23,7 W/(m²BGF)

Erwartete CO2- Einsparung 25,20 t/a … -75%
Erwartete Kosteneinsparung im Betrieb Durch die thermische Sanierung konnten Einsparungen an Heizkosten von 50-60% (Winter 2013/14 ggü. Winter 2012/13) erreicht werden.

Gesamte kalkulierte Energiekosteneinsparungen in 3 Jahren: € 14.455,00

 

Kosten

Investitionskosten Beantragte Investitionskosten: € 205.753,00

Umweltrelevante Investitionskosten: € 205.753,00

Einsparungen im Betrieb Durch die verbesserte thermische Hülle und die Heizungsregelung werden Heizkosten gespart. Gemeinsam mit den zu erwartenden Stromeinsparungen durch die Beleuchtungsoptimierung und die Installation einer PV-Anlage werden die Energiekosteneinsparungen in 3 Jahren mit € 14.455,00 berechnet.
Förderungen

Beantragte Investitionskosten: € 205.753,00

Umweltrelevante Investitionskosten: € 205.753,00

Förderbasis: € 191.298,00

Förderungen: € 68.395,00 (entspricht einem Fördersatz von 35,75%)

 

Persönliche Erfahrungen

Planungs- und Bauphase

Bericht zum Planungsprozess (Zusammenarbeit der Akteure, Schwierigkeiten, best practice Beispiele) Die Zusammenarbeit mit regionalen Firmen führte zu einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis. Es gab keine nennenswerten Schwierigkeiten im Bauablauf.
Hindernisse im Planungsprozess (Genehmigungen/ Behörden/ Anrainer/…)

Keine Hindernisse beim Genehmigen der Photovoltaikanlage.

Gegenstimmen wurden nur einmal laut, als wegen der Photovoltaikanlage ein alter Baum gefällt werden musste.

Empfehlungen Die Nutzung von lokalem Know-How kann der Bauherr jedem empfehlen. Die beteiligten Firmen waren allesamt sehr bemüht ein tolles Ergebnis zu erzielen.

Die Installation einer Baubegleitung/Bauaufsicht mit sukzessiver Kontrolle auch durch den Bauherrn hilft einem reibungslosen Ablauf.

 

Nutzung

Nutzungskomfort/ Erfahrungen Früher war es durch die Nacht- und Wochenendabsenkung im Winter in den Morgenstunden sehr ungemütlich in den Räumlichkeiten. Auch konnten manche Räume in strengen Wintern nicht auf über 16 °C geheizt werden. Durch die thermische Sanierung stellt sich jetzt, trotz Nachtabsenkung, ein super Komfort auch in den Morgenstunden ein.

Die Barrierefreiheit des neuen Gebäudes, das Fortbestehen der örtlichen Arztpraxis sowie das neue äußere Erscheinungsbildes des Gemeindeamtes führt zu positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung.

Durch die Kontrolle des Bürgermeisters konnte das Gebäude im Kostenrahmen saniert werden.

 

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Mustersanierung: Projekte