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WIFO

Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

Ansprechperson: Dipl. Facility Manager Robert Novotny

Arsenal Objekt 20
A – 1030 Wien,

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Energieausweis

WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien

Executive Summary

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) führte die  umfassende thermisch-energetische Sanierung des Hauptgebäudes (Bürogebäude) durch.  Das Gebäude aus dem Jahr 1969 ist ein viergeschossiges Gebäude, das seit der Errichtung vor 45 Jahren in nahezu unveränderter technischer Ausstattung genutzt wurde. Bereits im Zuge der Aufstockung des Zubaus unter gleichzeitiger thermischer Sanierung des darunterliegenden Speisesaal - und Seminartrakts wurden erste Vorüberlegungen zur thermischen Sanierung des Gebäudes angestellt. Nach nunmehr 45 Jahren wurde eine umfassende Sanierung des Bürogebäudes notwendig.
Die Gesamtsanierung umfasste neben der umfassenden thermischen Sanierung des Hauptgebäudes den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie die Optimierung der Heizungsanlage und Beleuchtung. Darüber hinaus wurde auf den Dächern des Hauptgebäudes und des Nebengebäudes, das grundsätzlich nicht von der Sanierung betroffen ist, eine Photovoltaikanlage installiert.

Ausgangszustand
Eigentümer/Betreiber:

Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

Arsenal Objekt 20, 1030 Wien

Ansprechpartner / Kontaktpersonen: Dipl. Facility Manager Robert Novotny
Planer:

Thermische Sanierung:
Bmstr. Dipl. Ing. (FH) Clemens-A. Baldia, MSc.
A- 1160 Wien, Fröbelgasse 31

Technische Ausstattung:
ART for ART Theaterservice GmbH
A- 1010 Wien, Goethegasse 1

Standort: Arsenal Objekt 20, 1030 Wien
Gebäudetyp: Bürogebäude
Errichtungsjahr Bestandsgebäude: 1969

Größe (BGF):

3.561 m2 vor der Sanierung
3.670 m2 nach der Sanierung

 

Zustand/ Ausstattung Bestand

Der Zustand der Außenfassade und der in die Fassadenelemente integrierten Haustechnik war dem Alter des Gebäudes entsprechend in schlechtem Zustand.

Motiv für die Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme im Bestand Außenfassade, in Fassadenelemente integrierte Haustechnik
Anlass für die Sanierung Ausgehend von den Zielen der kostengünstigen Umsetzung in einem Schritt, der Einsparung von Heiz- als auch Kühlenergie, der Nutzung von alternativer Energie und einzelne Probleme, wie zB die Undichtheit der bestehenden Fassade in einzelnen Büroräumen und dem Überschreiten der üblichen Lebensdauer von 30 Jahren bei den Fenstern, zu beheben,  wurde im Rahmen der Planung von einer thermischen Sanierung ausgegangen. Vor allem um einerseits Heizenergie und damit Heizkosten und auf der anderen Seite CO2 einzusparen.   
Ziele
Wünsche/Ziele des Bauherrn und der Planer
  • Optimale Dämmung der Außenhaut (Dach, Fassade, Keller), sowie verbessertem Brand- und Schallschutz
  • Erhaltung der Flexibilität des Rasters
  • Installation einer Photovoltaikanlage am Dach des Hauptgebäudes und des Zubaus ( 71,1  kWPeak)
  • Erneuerung der technischen Ausstattung mit verbessertem Raumklima und besserer Bedienbarkeit (von Jalousien und Raumregelung)
  • Optimaler Sonnenschutz 
  • Freecooling, etc. sollen das Überwärmen der Büros im Sommer verhindern und derart den Kühlaufwand reduzieren
  • Optimale und kostengünstige Umsetzung aufgrund detaillierter Planung und ausgedehnter Planungsphase

 

Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten

Optimale Dämmung der Außenhaut (Dach, Fassade, Keller) – Verbesserung lt. Energieausweis um 75 % von HWB Kat. D (116 kWH/m²) auf Kat. B (15 kWH/m²), sowie verbessertem Brand- und Schallschutz. Die vorgehängte Glas-Alu-Bestandsfassade wurde durch eine neue Glas-Alu-Fassade in Pfosten-Riegel-Bauweise ersetzt. Die neue Fassade verfügt weiterhin über öffenbare Fenster.

  • Ausschließlicher Einsatz zertifizierter Dämmstoffe und hochwertiger Baustoffe
  • Tausch der bestehenden Fassadenelemente gegen effizientere Fassadenelemente. Elemente werden als Ganzes (samt Fenster) getauscht. Paneel-Elemente mit einer Deckschale aus Aluminium und Email-Elementen mit einer Glasfront weisen einen U-Wert von 0,34 W/m²K auf.
  • U-Wert der gesamten Außenwand verbessert sich von 3,59 auf 0,34 W/m²K.
  • Kellerdecke des nicht-konditionierten Kellergeschosses mit einer zusätzlichen 8 cm dicken „Paroc“ Kellerdeckendämmplatte gedämmt (U-Wertverbesserung von 1,12 auf 0,33 W/m²K).
  • Flachdach mit einer zusätzlichen 16 cm dicken Steinodur Dämmplatte gedämmt (U-Wertverbesserung von 0,3 auf 0,13 W/m²K).

Baustoffe

Glas-Alu-Pfosten-Riegel-Fassade, Mineralwolldämmung in der Fassade, Kellerdecke: "Paroc"-Dämmplatten, Flachdach: Steinodur-Dämmplätten

Fensterqualität

Tausch der Bestandsfenster gegen 3-Scheiben Isolierverglasungen, Alurahmen

Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails

Eine Wärmebrückenberechnung und Optimierung der Wärmebrücken wurde durchgeführt. Auskragende Bauteile wurden überdämmt (Isokörbe).

 

Haustechnik

Wärmeerzeugung

Fernwärme

Kälteerzeugung

Hocheffiziente mehrstufige Kompressionskältemaschine
Kälteverteilung
Fan-Coils

Lüftung

Erweiterung der bestehenden Lüftungsanlage: Volumenstromregelung mittels CO2-Abluft- und Raumfühler

Warmwasseraufbereitung

Fernwärme, zentrale Aufbereitung

Regelungstechnik

Um ein gleichzeitiges Heizen und Kühlen eines Raumes zu verhindern wird eine nach Stockwerken und Himmelsrichtungen getrennte Change-Over-Steuerung implementiert.

Nachträgliche Implementierung des Mess-, Steuerungs- und Regeltechniksystems (Gebäudeleittechnik). Die Daten werden im Eingangsbereich des Gebäudes dargestellt.

 

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung          

Sämtliche Leitungen für die Heiz- und Kühlsysteme wurden gemäß Ö-Norm H5155 gedämmt.

Umstellung auf LED- und  Kompaktleuchtstoffleuchten optimiert. Beleuchtungsoptimierung durch Berücksichtigung vom Sonnenstand.

Nutzung erneuerbarer Energiequellen PV-Anlage (Modulfläche 409  m², Peakleistung 68,5 kW) liefert jährlich rund  64,06 MWh an Strom
Besondere Lösungen Der Serverraum wurde von der Südseite in einen Teil des Kellers auf der Nordseite verlegt.
Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.

Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf HWB/vorher

 33,7 kWh/(m3a)

bzw. 115,8 kWh/(m2a)

 Heizwärmebedarf HWB/nachher

 5,2 kWh/(m3a)

bzw. 14,7 kWh/(m2a)

Folgende Werte gelten für das sanierte Gebäude:

Kühlbedarf 0,6 kWh/(m3a)
Spezifische Heizlast 20,54 W/m2
CO2 Einsparung pro Jahr 140,07 Tonnen/Jahr lt. Energieausweis

 

Investitionskosten Beantragte gesamte Investitionskosten 4,21 Mio. € ; Als Basis bleiben umweltrelevante Kosten von €
Förderungen

Daraus errechnet sich die Fördersumme von € 800.000

 

Kosten je m2 BGF Ca. 1.147,- €/m2
Erzielte Einsparungen Voraussichtlich können rund 80% des Wärme- und 20% des Strombedarfs vor der Sanierung eingespart werden.

 

 

 

 

Dokumentation
Planung ca. 1 Jahr, April 2013 - April 2014
Bauphase

Baubeginn: April 2014

Fertigstellung: Oktober 2014

Saniertes Gebäude Bezug: Herbst 2014
Persönliche Erfahrungen

Planungs-/Bauphase

Bericht zum Planungsprozess Bei den Sanierungsmaßnahmen wurde auf erprobte Konzepte und Lösungen zurückgegriffen. Dies reduzierte Kosten und Schwierigkeiten bei der Ausführung konnten vermieden werden.
Sicherheit wurde bei der Sanierung groß geschrieben. Es gab keinen einzigen Unfall bei den Bauarbeiten.
Zusammenarbeit mit Planern, Behörden

Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den beiden Planerteams war hervorragend. Alle Beteiligten waren stets auf dem gleichen Informationsstand.

Vertreter der relevanten Behörden wurden frühzeitig informiert und an einen Tisch gebracht. Für Genehmigung waren zwar zahlreiche Gespräche erforderlich, aber die Zusammenarbeit war sehr gut.

Hindernisse im Planungsprozess Alle Herausforderungen konnten gelöst werden.
Empfehlungen

Die Anwesenheit des Bauherren (oder seines Vertreters) auf der Baustelle ist für eine rasche Entscheidungsfindung und Umsetzung sowie für das frühzeitige Erkennen von Problemen von besonderer Bedeutung.

 

Nutzung

Das Feedback der Nutzer ist sehr positiv. Dies liegt zum einen daran, dass das Gebäude zum Zeitpunkt des Wiedereinzugs funktioniert hat und zum anderen die Nutzer deren Raumklima innerhalb des vorgegebenen Rahmens individuell einstellen können. Die Nutzer wurden dazu über die Funktionsweise des Systems und die Einstellungen geschult.
Das Raumklima wird als angenehm empfunden und die Luftqualität wird laufend gemessen.

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