subbildprojekte

Kontakt

PRISMA Zentrum für Standort- und Regionalentwicklung GmbH

Ansprechperson:
Mag. Gero Riedmann

Hintere Achmühlerstraße 1, A-6850 Dornbirn

www.prisma-zentrum.com

Planung

Energieausweise

Competence Center Dornbirn

Executive Summary

Das Competence Center Dornbirn beherbergt verschiedene Betriebe aus den Bereichen Bau, Umwelt und Energie sowie ergänzende Wirtschaftsdienstleistungen und gliedert sich an den Hochschul-Campus Dornbirn an. Die Modernisierung des Gebäudes sollte die Nutzung als Innovationszentrum langfristig festigen und fördern.

Die bereits bei Errichtung des Gebäudes gut konditionierte Hülle sowie die Haustechnik wird dem aktuellen Stand der Technik mit Fokus auf den wirtschaftlichen Nutzen angepasst. Folgende Maßnahmen wurden dazu umgesetzt:

  • Rückbau von Stahl- und Stahlbetonelementen zur Reduktion von Wärmebrücken im Bereich der Attika und Fassade.
  • Ersatz der alten Pfosten-Riegel-Fassade im EG und 1. OG
  • Einsatz von Alufenster mit 3-fach-Verglasung
  • neue Verschattung durch elektrisch angetriebene, gesteuerte Außenjalousien
  • Tausch der bestehenden Lüftungsanlage durch eine Anlage höherer Effizienz

 

Ausgangszustand
Eigentümer/Betreiber: BHD Liegenschaftsvermietungs GmbH
Ansprechpartner / Kontaktpersonen: Mag. Gero Riedmann
Planer:

Architekturbüro Nikolussi Häusler
www.nikolussi.at

Standort:

Stadtstraße 33
6850 Dornbirn

Gebäudetyp: Bürogebäude
Errichtungsjahr Bestandsgebäude: 1995

Größe (BGF):

3.290 m2

 

Zustand Bestand

Mängel insbesondere in Bezug auf die sommerliche Überhitzung und Schallbelastung

Motiv für die Sanierung

Mängel / Schwachstellen / Probleme im Bestand Verbesserungsbedarf der Fassade, insbesondere hinsichtlich sommerlicher Überhitzung
Ziel für die Sanierung Energetische Sanierung des Gebäudes unter besonderer Berücksichtigung der Nutzung nachhaltiger Energiesysteme 
Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten

Fassade: Rückbau der bestehenden Fassadenverkleidung und Dämmung mit 20 cm WDVS EPS-F (U-Wert 0,15 W/m²K)

Pfosten-Riegel Fassade neu im EG und 1. OG aus Alu mit 3-fach-Verglasung; innenseitige Vorsatzschale in jenen Bereichen, wo Paneele montiert sind (U-Wert 0,15 W/m²K)

Neu überdämmte Attika

Dach bleibt unverändert

Baustoffe

Fassadendämmung durch 20 cm EPS F-Plus

Fensterqualität

Neue Alufenster mit 3fach Verglasung (U-Wert - 0,86 – 0,91 W/m²K)

Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails

Eine Wärmebrückenberechnung und Optimierung der Wärmebrücken wurde durchgeführt. Auskragende Stahl- bzw. Stahlbetonteile wurden größtenteile entfernt bzw überdämmt (Isokörbe).

 

Haustechnik

Wärmeerzeugung

Bestand - keine Änderungen: Kombination aus biogener Fernwärme und Gaskessel mit Biogas; Wärmeabgabe mittels Bauteilaktivierung und Lüftungsanlage

Kälteerzeugung

Kompressionskälteanlage
Kälteverteilung
Bauteilaktivierung und Lüftungsanlage

Lüftung

mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung WRG-Grad 75%

Warmwasseraufbereitung

dezentral
Solarenergienutzung
nicht vorhanden

Beleuchtung

Maximierung der Tageslichtnutzung durch Raffstore-Verschattung und tageslichtgeregelter  Kunstlichtverwendung; Umstellung auf LED und T5-Leuchtstoffröhren führt insgesamt auf eine Energieeinsparung von mehr als 30 MWh/a

 

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung          

Verbesserung der Energieeffizienz der Fassade und Reduktion der Wärmebrücken

Reduktion des Kühlbedarfs durch außenliegende, automatisch gesteuerte Verschattung

Besondere Lösungen Natürliche Kühlung durch automatisch gesteuerte Nachtlüftung
Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.

Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf HWB/vorher

14,30 kWh/(m3a) Referenzklima

bzw. 48,1 kWh/(m2a) bezogen auf Standortklima

 Heizwärmebedarf HWB/nachher

5,60 kWh/(m3a) Referenzklima

bzw. 15,6 kWh/(m2a) bezogen auf Standortklima

 

Kühlbedarf vorher
2,3 kWh/(m3a)
Kühlbedarf nachher
0,8 kWh/(m3a)
CO2 Einsparung pro Jahr

 28,3 t/a
Da nicht alle Mieter einem Ökostrombezug zugestimmt haben, wurde von einem konventionellen Strombezug ausgegangen. 

 

Investitionskosten

Beantragte Investitionskosten: € 1.270.963,-
Umweltrelevante Kosten von € 

Förderungen

Förderbasis: € 1.155.148,-
Fördersumme: €  454.048,-

 

 

 

 

Dokumentation
Planung Ausführungsplanung: Juni 2014 bis März 2015
Bauphase

Baubeginn: Mai 2015

Fertigstellung Fassade: Oktober 2015

Fertigstellung Haustechnik: März 2016

Persönliche Erfahrungen

Planungs-/Bauphase

Bericht zum Planungsprozess

Da die Abwicklung durch ein eingespieltes Team (Generalplaner – Eigentümervertreter) erfolgte sowie die Arbeiten durch fachkundige und engagierte Unternehmen ausgeführt wurden, verlief die Sanierung wie geplant und für ein Vorhaben in dieser Größenordnung ohne gröbere Überraschungen.

Die Ziele wurden auch erfüllt. Durch die Sanierung der thermischen Hülle verbunden mit der Erneuerung wesentlicher Haustechnikanlagen konnte eine deutliche Reduktion der Heizkosten (ca. 40 %) erreicht werden. Ebenfalls konnte eine wesentliche Optimierung des Einsatzes von erneuerbaren Energieträgern (Primär – Nahwärme, Sekundär – Biogas) erzielt werden.

Zusammenarbeit mit Planern, Behörden Durch frühzeitige Einbeziehung der Behörden und Detailabstimmungen vor dem Baustart konnte die Abwicklung ohne gravierende Probleme durchgeführt werden.
Hindernisse im Planungsprozess

Die ursprüngliche Pfosten-Riegelkonstruktion, welche sich vom Erdgeschoss über das 1.OG erstreckte, wurde deutlich massiver ausgeführt als in den Planunterlagen ersichtlich war. Dies hat zu Verzögerungen und zusätzlichen Aufwänden bei den Demontagearbeiten geführt.

Weiters ist zu erwähnen, dass die Büroflächen während der Sanierung weiter genutzt wurden. Das machte eine detaillierte Planung des Bauablaufs und eine intensive Kommunikation mit den Nutzern erforderlich. Dadurch konnte aber eine verträgliche Situation während der Bauphase erreicht werden.

Empfehlungen

Bei einer Sanierung während eines laufenden Betriebs ist zu beachten, dass die Arbeiten gut vorbereitet und terminlich frühzeitig vorgeplant werden sowie diese Termine auch laufend an alle Beteiligten kommuniziert sind. Verbunden mit dem Wissen, dass nach der Sanierung ein tolles Ergebnis zu erwarten sein wird, ist ein großer Konsens mit den Nutzern trotz auftretender Beeinträchtigungen möglich.
Bereits in der Planungsphase stichprobenartige Probeöffnungen, ob die ursprünglich planerisch erfassten Leitdetails auch bei der Errichtung des Bestands so umgesetzt wurden.

Nutzung

 

Nutzungskomfort /  Erfahrungen Die umgesetzten Maßnahmen haben zu einer deutlichen Komfortverbesserung geführt. Die Schallabsorption durch die neuen Fenster verhilft zu einer deutlichen Absenkung des Lärmpegels in den Büros. Die haustechnischen Maßnahmen führen zu einem erheblich verbesserten Raumklima, welches von den Nutzern angenehm spürbar zur Kenntnis genommen wird.

 

 

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