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Strasser import-export trade gmbh

Elfi Strasser

Schulstraße 1, 5411 Oberalm

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Energieausweise

Planung

Strasser Import-Export GmbH, Oberalm

Executive Summary

Das Unternehmen Strasser Import-Export GmbH saniert eine Immobilie aus dem Jahre 1965 und baut diese zum Büro um.

Die thermische Sanierung der Gebäudehülle erfolgt mit Fassadendämmplatten, bestehend aus 16 cm Heralan PTP-S bzw. XPS. Die oberste Geschoßdecke wird mit zusätzlich 18 cm Heralan Dämmstoff verstärkt. Die Dämmung der Decke zum unkonditionierten Keller erfolgt durch die Anbringung von Isover Dämmplatten und zusätzlich 10 cm EPS. Die bestehenden Fenster werden durch neue Holz-Alu-Wärmeschutzfenster ersetzt.

Im Zuge der Sanierung wird in das Gebäude eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut. Der Wärmetauscher weist einen Wärmerückgewinnungsgrad von 89 % auf.

Die Wärmeversorgung wird vom bestehenden Heizölkessel auf eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe umgestellt. Die neue Heizungsverteilung wird als Niedertemperatur-Fußboden- und Deckenheizung ausgeführt. Ergänzend wird eine 32,4 m²- Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 5 kWp errichtet.

Zukünftig wird die benötigte Strommenge durch die neu errichtete PV-Anlage, sowie durch Bezug von Ökostrom aus dem Netz zu 100 % durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

Ausgangszustand

Gebäude

Eigentümer/ Betreiber Elfi Strasser
Ansprechpartner / Kontaktpersonen Elfi Strasser
Architekt In Eigenregie
Techn. Planer In Eigenregie
Standort Schulstraße 1, 5411 Oberalm
Gebäudetyp Bürogebäude
Errichtungsjahr Bestandsgebäude 1965
Größe (BGF) Im Zuge der Sanierung wurde die Bruttogeschossfläche von 143 m² auf 154 m² erweitert.
Zustand/ Ausstattung Bestand Das Gebäude aus dem Jahr 1965 wurde seitens der Firma Strasser import-export trade gmbH neu erworben. Die ursprüngliche Struktur, die Erschließung und die Raumaufteilung entsprachen einem Einfamilienwohnhaus aus dieser Zeit. Der vollunterkellerte Bungalow war wegen seiner guten Grundstruktur, unter anderem ein trockenen Keller, erhaltenswert.

Die Gebäudehülle bestand an den Außenwänden aus 25 cm dicken Steinsplitbetonstein und 3,5 cm Heraklithplatten zur Wärmedämmung. Die Decke zum unkonditionierten Keller war ungedämmt. Jene Decke zum unkonditionierten Dachraum war bereits mit 3cm EPS thermisch beschickt.

 

Motiv der Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme im Bestand

Zu den Schwachstellen des alten Gebäudes zählten

- der hohe Energieverbrauch,

- ein fehlender intimer Besprechungsbereich,

- ein repräsentativer Eingangsbereich,

- eine kommunikative Zone,

- ein Paketanlieferungsplatz,

sowie der mangelhafte Tageslichteintrag.

 

 

Ziele

Vision

Wünsche / Ziele Bauherr Ökologie/ Energieeffizienz/ Komfort Die Vision der Bauherrin war es das Leitbild ihres Unternehmens, welches durch gesundheitsbewusste Aspekte geprägt ist, in Ihr neues Bürogebäude zu übertragen.

Die hoch gesteckten Ziele waren diese Immobilie zu einer offenen, repräsentativen, innovativen, nachhaltigen, langlebigen und werthaltigen zu gestalten.

Ziele Planer Es umweltschonende Bau- und Betriebsweise galt es zu realisieren.

Der Einsatz einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage soll zur Energie-Unabhängigkeit beitragen.

Ein weiteres Ziel war es das Gebäude auf einen veränderten und zeitgemäßen Bürobetrieb umzubauen, wodurch es den beruflichen Alltag in jeder Hinsicht wertvoll unterstützen soll.

Ausschließlich hochwertige Produkte sollen zum Einsatz kommen um die Wertigkeit der Immobilie über einen langen Zeitraum zu erhalten.

Als Rahmenziel wurde die regionale Wertschöpfung genannt, die durch die Verwendung von vorwiegend lokalen und regionalen Produkten und Dienstleistungen gestärkt werden soll.

 

Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten Die Sanierung der Gebäudehülle erfolgt mittels Fassadendämmplatten aus Steinwolle (16 cm Heralan PTP-S) bzw. XPS im Perimeterbereich. Dadurch verbessert sich der U-Wert der Außenwände von ca. 1,0 W/(m²K) auf 0,18-0,23 W/(m²K).

Die oberste Geschossdecke wird mit zusätzlich 18 cm Heralandämmplatten gedämmt, wodurch sich der U-Wert auf 0,17 W/(m²K) verbessert.

Die Dämmung der Decke zum unkonditionierten Keller erfolgt durch die Anbringung von Steinwolledämmplatten und zusätzlich EPS. Durch diese Maßnahme wird ein U-Wert von 0,17 W/(m²K) erreicht.

Baustoffe XPS bzw. Steinwolleplatten zur Verbesserung der thermischen Hülle.
Fensterqualität

Die neuen Holz-Alu-Wärmeschutzfenster ergeben eine U-Wert-Verbesserung von 3,0 W/(m²K) auf durchschnittlich 0,89 W/(m²K).

Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails Keine besonderen Maßnahmen.
Luftdichtigkeitskonzept Es wurde kein Blower-Door-Test durchgeführt.

 

 Haustechnik

Heizung

Anstelle des alten Ölkessels wird eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe zur Beheizung des Gebäudes eingesetzt. Diese Wärmepumpe gewinnt die Energie aus dem Grundwasser, welches über einen Saugbrunnen gefördert wird. Das durch die Wärmepumpe um eine Temperatur von 3K abgekühlte Wasser, wird über einen sogenannten Schluckbrunnen dem Erdreich wieder zurückgeführt.

Die Heizungsverteilung erfolgt, angepasst an das Temperaturniveau von Wärmepumpen, über eine Niedertemperatur- Heizung ausgeführt als Fußbodenheizung.

Durch die Nutzung des Grundwassers als Energiequelle kann die Wärmepumpe sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen eingesetzt werden.

Wegen der über das Jahr relativ konstanten Temperatur des Grundwassers, weisen Grundwasserwärmepumpen einen vergleichsweisen hohen COP (Coefficient of performance) und eine hohe JAZ (Jahresarbeitszahl) auf. Die Wärmepumpe dieses Gebäudes erreicht einen COP von 6,3 und eine JAZ von 5,2.

Kühlung Um den Kühlbedarf gering zu halten, wurden außenliegende Raffstore installiert. Energieeffiziente Geräte und eine LED-Beleuchtung tragen zu geringen internen Wärmelasten bei und halten den Kühlenergiebedarf gering.

Der restliche Kühlbedarf wird über die Wärmepumpe gedeckt. Die Kälteverteilung erfolgt über die Fußbodenheizung.

Lüftung Die neue Lüftungsanlage verfügt über einen Wärmetauscher mit einem Wärmebereitstellungsgrad von über 80%.
Sanitär Untertischspeicher zur dezentralen Warmwasserbereitung für die Küche und das Waschbecken der Toilette.
Elektrik

Die Beleuchtungsoptimierung umfasst

- LED Leuchten im Innen- und Außenbereich und

- eine tageslichtabhängige Bus-Steuerung.

Zusätzlich zu den genannten Maßnahmen wurde eine 32,4 m² große Photovoltaikanlage errichtet mit einer Leistung von 5 kWp. Die 5 MWh jährlich gewonnene elektrische Energie liefert Strom für den Eigenbedarf. Der Reststrombedarf wird von einem Ökostromanbieter gedeckt.

Regelungstechnik

Das Gebäude wurde mit einem Bus-System ausgestattet, welches tageslichtabhängig die Jalousien und die Beleuchtung steuert. Auch die anderen Haustechnikkomponenten, wie die Lüftungsanlage und die Fußbodenheizung, können über dieses Bus-System gesteuert werden.

Das Bus-System ist flexibel und jederzeit erweiterbar.

Ein Fernzugriff auf die Photovoltaikanlage mit stunden-, tages-, monats- und jahresaktuellen Daten ist möglich.

Solaranlage Zur Erzeugung von elektrischem Strom wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Peak-Leistung von 5 kW installiert.

 

 Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung

Durch die getroffenen Maßnahmen, konnte der Heizwärmebedarf auf 1/9, von jährlich 45.925 kWh auf 5.172 kWh (bezogen auf das Standortklima), gesenkt werden.

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung waren:

  • Verbesserung der thermischen Hülle
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • Umstellung des Heizsystems.
  • Optimierung des Beleuchtungssystems durch tageslichtabhängige Steuerung kombiniert mit einem Bus-System
  • Installation einer Photovoltaikanlage

Durch die getroffenen Maßnahmen kann auch der Netzstrombezug um ca. 5 MWh/a reduziert werden.

Abwärmenutzung Der Wärmeübertrager der Lüftungsanlage weißt einen Wärmebereitstellungsgrad von über 80% auf. Die Feuchterückgewinnung sorgt für ein komfortables Raumklima auch in den kalten und trockenen Wintermonaten.
Nutzung Erneuerbarer Energiequellen Sonnenenergienutzung mittels Photovoltaikanlage und Wasser/Wasser-Wärmepumpe.
Besondere Lösungen

Dachflächenfenster geben dem Gebäude einen hellen, freundlichen und offenen Charakter. Die neu geschaffene kommunikative Zone wird durch diese Fenster ausreichend belichtet. Es konnte durch gezieltes Schließen von Außenwänden diese Zone zu einem intimen, von außen nicht einsehbaren, Bereich gestaltet werden.

Große Glasflächen öffnen das Gebäude nach außen und zu den Bergen hin. Details wie rahmenlose Fenster bzw. Schattenfugen erlauben den ungestörten Ausblick auf eine tolle Berglandschaft.

Im Terrassen- und Außenbereich konnten trotz umfassender Sanierung eine chilenische Araukarie und ein Ginko Biloba erhalten werden. Diese Pflanzen prägen die Gebäudeansicht vom Garten aus.

 

Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.

Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf/ vorher 83,55 kWh/(m³a)
Heizwärmebedarf/ nachher 9,3 kWh/(m³a)
Kühlbedarf/ vorher 0,02 kWh/(m³a)
Kühlbedarf/ nachher 1,40 kWh/(m³a)
Spezifische Heizlast

Gesamte Heizlast vor der Sanierung:

16,7 kW

Gesamte Heizlast nach der Sanierung:

6,7 kW

Vorher: 116,8 W/(m²BGF) bei BGF von 143 m²

Nachher: 29,9 W/(m²BGF) bei BGF von 154 m²

Erwartete CO2- Einsparung 25,61 t/a … -100%
Erwartete Kosteneinsparung im Betrieb Berechnete Einsparungen in 3 Jahren: € 20.612

 

Kosten

Einsparungen im Betrieb Gesamte kalkulierte Energiekosteneinsparungen in 3 Jahren: € 20.612,00
Förderungen

Anerkennbare Investitionskosten: € 203.753,00

Zuschläge wurden gewährt für die Unternehmensgröße (kleines Unternehmen).

 

Dokumentation

Bauphase

Chronologie/ Bautagebuch Jänner –April 2011:
  • Haus ausräumen (Haus war übervoll mit alltäglichem Hausrat)
  • Abbruch
  • Öltank entleeren und entfernen
  • Garten entrümpeln - Fichten schlägern und verwerten
  • Zäune entfernen usw.
  • Bürohaus: Bedarfsanalysen; Ideen einholen; Projekte besichtigen; Machbarkeitsstudien;

April 2011:

  • Energieberater – Berechnung und Ausstellung eines Energieausweises
  • Ansuchen Förderungen
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe ansuchen
  • Wärmepumpe Erteilung der Genehmigung

Nov. 2011:

  • Bauplatzerklärung – Genehmigung

Jänner 2012:

  • KPC Annahmeerklärung

Juli 2013:

  • Baubeginn-Anzeige

November 2013:

  • Bau Entnahmebrunnen

Jänner 2014:

  • Fristverlängerung der Förderung KPC

April 2015:

  • Bauvollendungsanzeige

 

Persönliche Erfahrungen

Planungs- und Bauphase

Bericht zum Planungsprozess (Zusammenarbeit der Akteure, Schwierigkeiten, best practice Beispiele)

Der Bauherr berichtete von keinerlei Problemen bei der Genehmigung der Wärmepumpen- und Photovoltaikanlage.

Das notwendige geologische Gutachten zur Errichtung der Grundwasserwärmepumpenanlage, gibt in einer frühen Planungsphase Aufschluss über die Entnahmeleistung und Größe der Brunnenanlage.

Hindernisse im Planungsprozess (Genehmigungen/ Behörden/ Anrainer/…)

Eine gute Stimmung mit dem Bauteam und den Nachbarn/Anrainern kann zu einer erfolgreichen Projektumsetzung beitragen.

Lokale und regionale Produkte und Dienstleistungen verwenden um die Wertschöpfung der Region zu stärken. Weitere Vorteile ergeben sich durch die rasche Problemlösung/-behebung und durch Mundpropaganda bei Beauftragung von Firmen der Region.

Empfehlungen

„Wer schreibt der bleibt!“

Um Verzögerungen im Bauprozess vorzubeugen empfiehlt der Bauherr eine vorausschauende Planung. Die Berücksichtigung äußerlicher Rahmenbedingungen wie zum Beispiel Schulzeiten - das Gebäude befindet sich in der Schulstraße - oder Rücksichtnahme auf die Nachbarschaftsrechte sind für eine reibungslose Bauzeit unumgänglich. Auch gilt es Gefahrenquellen, wie Arbeiten mit großen Baumaschinen, im schulnahen Bereich abzustimmen und abzusichern.

Auf die Qualität der verwendeten Produkte achten um langfristig Freude damit zu haben und eine höchstmögliche Arbeitsplatzqualität zu erreichen.

Nicht den Billigsten, sondern den Besten Vertrauen schenken.

Die Erstellung der Förderunterlagen ist zwar zeitintensiv, trotzallem empfiehlt die Bauherrin auf die Förderung nicht zu verzichten.

 

Nutzung

Nutzungskomfort/ Erfahrungen

Die Lüftungsanlage sorgt für ein angenehmes Klima und immer frischer Luft im Gebäude.

Durch die Verwendung hochwertiger Produkte (Kalkinnenputz, Vollholzboden, Vollholzmöbel) ergibt sich ein Wohnfühlklima, auch am Arbeitsplatz.

 

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