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Linde Gas GmbH

Ansprechperson: Christian Gihl

A-4651 Stadl-Paura Waschenbergerstraße 13

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Energieausweise

Linde Gas GmbH, Stadl-Paura

Executive Summary

Am Standort in Stadl-Paura (OÖ) saniert die Firma Linde Gas GmbH ihr Bürogebäude. Im Rahmen des umfassenden Projektes wird die Gebäudehülle thermisch saniert. Diese Sanierung erfolgt an den Außenwänden mittels einer hinterlüfteten Fassade und 20 cm Wärmedämmung. Am Flachdach werden 34 cm Dämmung angebracht. Die Fenster und Türen werden mit 3-Scheiben Wärmeschutzverglasung ausgerüstet. Um den Kühlbedarf niedrig zu halten, wird zudem ein elektrisch gesteuertes bewegliches Verschattungssystem angebracht. Vor der Sanierung wurde der Wärmebedarf für Warmwasser und Heizung des Bürogebäudes durch einen Ölkessel gedeckt.

Im Zuge der Sanierung wird der bisherige 170kW Ölkessels durch eine 43kW Wasser- Wasser Wärmepumpe mit modulierendem Verdichter ersetzt. Vor Sanierung erfolgte die Beleuchtung des Bürogebäudes über Deckenrasterleuchten mit Leuchtstoffröhren T26 und konventionellen Vorschaltgeräten.

Als Teil der Mustersanierung wird die Beleuchtung optimiert. Die neue Anlage wird mit sparsameren Leuchtstoffröhren (T16) und geregelten elektronischen Vorschaltgeräten ausgerüstet. Die Regelung reagiert auf die Anwesenheitserfassung und die Tageslichtqualität. Dadurch wird der Anschlusswert um 20% und die jährliche Betriebsdauer rund um die Hälfte reduziert.

Ausgangszustand
Eigentümer/ Betreiber Linde Gas GmbH
Ansprechpartner / Kontaktpersonen Christian Gihl
Standort A-4651 Stadl-Paura Waschenbergerstraße 13
Gebäudetyp Bürohaus
Errichtungsjahr Bestandsgebäude 1984
Zustand/ Ausstattung Bestand Firmengebäude entsprach von der Außenwirkung, ebenso wie von der Arbeitsplatzqualität her, nicht mehr dem gewollten Standard. Es bestand der Wunsch, von der Fassade über die Fenster bis zum Beleuchtungskonzept eine Erneuerung zu setzen.

 

 Motiv für die Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme

im Bestand Wärmeschutz, Energieeffizienz in der Beleuchtung, winterlicher Komfort, Wärmeversorgung

 

Ziele
Wünsche / Ziele Bauherr/Ökologie/ Energieeffizienz/ Komfort
  • Senkung der Energiebezüge für Wärme und Strom, Restliche Energie möglichst effizient und klimaschonend bereitstellen.
  • Ersatz des Heizölkessels durch Installation einer Grundwasserwärmepumpe. CO2 als Wärmetauscher – Medium wurde als das umweltfreundlicheres Produkt (anstelle von Kältemittel) gewählt; hatte keinen Einfluss auf die Produktverfügbarkeit durch Linde (kleinst Menge)
  • Sanierung der Fassade und des Dachs sowie der Fenster, Anbringen einer außenliegenden, geregelten Beschattung.
  • Verbesserung und Energieeinsparung bei der Beleuchtung.
Ziele Planer Zeitgemäße Architektursprache in der Fassadengestaltung

 

Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten
  • Außenwand hinterlüftet mit 20cm Steinwolledämmung U = 0,16 W/(m2K)
  • Dachkonstruktion mit 34cm Mineralwolle U = 0,11 W/(m2K)
Baustoffe Mineralwolle, hinterlüftete Fassade aus Aluminium
Fensterqualität 3 Scheiben Wärmeschutzverglasung Uw = 0,9 W/(m2K)
Luftdichtigkeitskonzept

Wurde durch die vollständige Erneuerung der Außenhülle mit verbessert

 

Haustechnik

Heizung Der im Bestand verwendete Heizölkessel wird im Zuge der Sanierung ersetzt durch eine Wärmepumpe mit Grundwasser als Wärmequelle.
Kühlung Bestand: Semizentrale Multisplit-Klimageräte im obersten Geschoss - im Zuge der Sanierung wurden diese nicht angegriffen, daneben keine Kühlung.
Lüftung Einbau einer Be- und Entlüftung wurde nicht realisiert.
Sanitär Warmwasserbereitung über eine getrennte Wärmepumpe nutzt die Abwärme des Serverraums
Elektrik Optimiertes Beleuchtungssystem: Einbau sparsamer- T16-Leuchtstofflampen, wodurch der elektrische Anschlusswert von 17,6 auf 14,2kW reduziert werden konnte.
Regelungstechnik Die Beleuchtung wird tageslichtabhängig und über Präsenzmelder geregelt, die außenliegende Beschattung wird einstrahlungsabhängig gesteuert.

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung    Beleuchtungsoptimierung
 Nutzung Erneuerbarer Energiequellen  Umgebungswärmenutzung aus Grundwasser über die Wärmepumpe

 

Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen

Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf/ vorher 23,92 kWh/(m3a)
Heizwärmebedarf/ nachher  7,9 kWh/(m3a)

Folgende Werte gelten für das sanierte Gebäude:

Kühlbedarf 0,35 kWh/(m3a)
Erwartete CO2- Einsparung 104t/a
Erwartete Kosteneinsparung im Betrieb  € 50.000,00
Amortisationszeit  <10 Jahre

Kosten

Investitionskosten 736.000,- EUR
Einsparungen im Betrieb erwartete Einsparung an Brennstoff: 60.000 l Heizöl pro Jahr
Förderungen

223.000,- EUR

Kosten je m2 BGF

310,- EUR/ m2 BGF

 

Dokumentation

Bauphase

Chronologie/ Bautagebuch

Sommer 2011 Baubeginn Hüllensanierung/ Demontage der alten Fassade. Beginn Umsetzung der Effizienzmaßnahmen Beleuchtung

Herbst 2011: Abschluss der Hüllensanierung Fenster und Fassade, Fertigstellung des Beleuchtungssystems. Errichtung der Grundwasserbrunnen.

Februar 2012:Fertigstellung der Wärmepumpenanlage

 

Persönliche Erfahrungen

Planungs- /Bauphase

Bericht zum Planungsprozess (Zusammenarbeit der Akteure, Schwierigkeiten, best practice Beispiele)
  • Die Grundwassersituation war aufgrund des bestehenden Nutzwasserbrunnens bekannt, deshalb konnten die Planung ohne weitere Versuche oder Messungen durchgeführt werden.
  • Der Einbau einer Be- und Entlüftung wurde im Zuge der Sanierung untersucht – schied aber aus, da der Raumhöhenverlust durch die Führung der Kanäle nicht gewünscht war.
  • Ebenso wurde der Einbau einer Photovoltaikanlage untersucht, aber wegen mangelnder betriebswirtschaftlicher Darstellbarkeit einer Amortisation innerhalb von 5-10 Jahren nicht weiter verfolgt.
  • Fenster: In den Büroräumen waren anfangs nur je 1 kleiner Öffnungsflügel je Raum geplant. Auf Wunsch der Belegschaft wurden in Folge jedoch alle Fenster öffenbar ausgeführt
  • Problematisch erwies sich die Lärmbelastung an den Arbeitsplätzen während der Fassadenmontage – dies führte zu den meisten Beschwerden im Bauprozess.
Hindernisse im Planungsprozess (Genehmigungen/ Behörden/ Anrainer/…)
  • Für die Wärmeerzeugung waren zwei andere Varianten in Diskussion: Eine Untersuchung der Möglichkeit des Anschlusses an die Wärmeversorgung des Stift Lambach schied nach Prüfung aus, da die Entfernung von über 1km, eine wirtschaftlich vertretbare Versorgung ausschloss. Stattdessen wurde die Errichtung eines eigenen, Biomasse- Nahwärme- Heizwerks geplant. Mit den Nachbarn wurden Verhandlungen über einen Anschluss geführt, diese konnten jedoch nicht in ausreichender Zahl dafür gewonnen werden, weswegen dann die Heizwärmeerzeugung mit Wärmepumpe aus Grundwasser am eigenen Grund gewählt wurde.
Empfehlungen
  • Da die Sanierung parallel zum laufenden Bürobetrieb stattzufinden hatte, war eine intensive Vorausplanung der Logistik erforderlich. Sämtliche Fenster wurden z.B. innerhalb einer Woche ausgetauscht, um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten.
  • Die Einregelungsphase in den ersten 1-2 Betriebsjahren ist durch Planer und Errichter der Haustechnikanlagen zu begleiten, um eine optimale Nutzerzufriedenheit zu erreichen.
  • Durch Einbindung der Mitarbeiter in den Planungsprozess konnten deren Wünsche entsprechend rechtzeitig berücksichtigt werden.

 

Nutzungskomfort/ Erfahrungen
  • Die Beschattungen schlossen anfangs zu früh, die Einstellung der Einstrahlungswerte für die Schließung der Verschattung mussten entsprechend nachjustiert werden. Ebenso wurden die Heizkörper, die aus dem Bestand übernommen wurden, zu Beginn der Heizsaison nachjustiert, da es anfangs zu leichter Überheizung/ zu hoher Raumtemperatur kam.
  • Zur Sicherstellung der Versorgung wird der Bestands- Heizkessel die ersten 5 Betriebsjahre nach der Sanierung beibehalten, erst nach dieser Probephase wird er entsorgt.
  • Der Beleuchtungsstrom nahm in den ersten Betriebsmonaten tendenziell um ca. 60% ab.
  • Die Beleuchtungsregelung wurde gut angenommen, allerdings benötigte der Umdenkprozess auf Seite der Nutzer/innen, das Licht abends bei Verlassen des Büros nicht ausschalten zu müssen, einige Zeit

 

  • Ansicht Bestand
  • Ansicht neu
  • Bau Fassade 1
  • Bau Fassade 2
  • Bau Fassade 3
  • Bau Fassade 4
  • Bau Fassade 5
  • Bau Fassade 6
 
Mustersanierung: Projekte