subbildprojekte

Kontakt

Raiffeisenbank Wildon-Lebring eGen (mbH)

Ansprechperson: Dir. Karl M. Kaiser

Leibnitzerstraße 1
8410 Wildon

E-Mail

Webadresse

Planung - Schema Energiekonzept

Energieausweis

Raiffeisenbank, Lebring-Wildon

Executive Summary

Die Filiale der Raiffeisenbank Wildon-Lebring eGen führt eine thermische Sanierung und Erweiterung des Bestandsgebäudes durch. Dieses Bauvorhaben, mit einem Anfangswert lt. EA von 163 kWh/m²a setzt mit der Sanierung einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz, mit einem neu erreichten Wert nach der Sanierung von 31 kWh/m²a, was ebenfalls niedrige Folgekosten bedeutet.

Die Gebäudehülle wird thermisch durch 20cm dicke Steinwolleplatten verbessert. Der erdanliegende Fußboden erhält 40cm Schaumglasschotter und 8cm EPS-Dämmung, um den U-Wert von 0,41 auf 0,2 W/(m²K) zu senken. Neue Holz-Alu-Wärmeschutzfenster mit einer Dreischeibenverglasung und außen liegenden Raffstore zur Reduzierung der Kühllast, komplettieren die Bauteilsanierung.

Eine Raumlufttechnikanlage mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von 75% wird zur energetischen Gebäudeoptimierung eingebaut.

Die Wärmeversorgung wird von einer Erdgasheizung auf eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe umgestellt. Die Wärmepumpe wird sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen verwendet. Die neue Heizungsverteilung erfolgt über eine Niedertemperatur-Fußboden- und Deckenheizung. Über eine stille Kühlung (Kühldecke) werden im Sommer die Räume temperiert.

Zur Steigerung der elektrischen Energieeffizienz wird das Beleuchtungssystem optimiert, indem Präsenzmelder mit einer tageslichtabhängigen Steuerung und einem zentralen „Licht-Aus“ kombiniert werden.

Zusätzlich wird eine 100m² große Photovoltaikanlage mit einer Peak-Leistung von 18,5kW, Strom für den Eigenbedarf produzieren. Der verbleibende Reststrombedarf wird über Ökostrom aus dem Netz gedeckt.

Ausgangszustand
Eigentümer/ Betreiber Raiffeisenbank Wildon-Lebring eGen (mbH)
Ansprechpartner / Kontaktpersonen Dir. Karl M. Kaiser
Architekt

STUDIO 80, PlanungsGmbH

Bernd Thomanitsch

Teichweg 22, 8071 Hausmannstätten

office@studio80.at

www.studio80.at

techn. Planer

Ing. Bernhard Hammer GmbH

Haushamerstraße 2, 8054 Seiersberg

office.graz@tbh.at

www.tbh.at

Standort Raiffeisenbank Wildon-Lebring „Bankstelle Lebring“

A- 8403 Lebring, Grazerstraße 6

Gebäudetyp Banken - Bankstelle
Errichtungsjahr Bestandsgebäude 1972
Größe (BGF) 400 m² auf 467 m² erweitert.
Zustand/ Ausstattung Bestand Die schlechte thermische Hülle des Gebäudes verursachte hohe Betriebskosten. Mit einem Heizwärmebedarf von 163 kWh/(m²a) laut Energieausweis und einem hohen Stromverbrauch entsprach das Gebäude nicht mehr den Ansprüchen eines modernen Bankbetriebs.

 

 Motiv für die Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme im Bestand Durch den gestiegenen Raumbedarf, die schlechte thermische Hülle und die Versorgung der Heizung über Erdgas würde eine Sanierung eine Steigerung der Energieeffizienz und des Wohlbefindens der Mitarbeiter bedeuten.

 

Ziele
Wünsche / Ziele Bauherr Ökologie/ Energieeffizienz/ Komfort

Optimale Innenraumverhältnisse für die Mitarbeiter schaffen.

Ein Vorzeigeobjekt hinsichtlich Energieeffizienz, PV-Anlage und durch die Verwendung umweltfreundlicher Produkte (u.a. PVC- und Lösungsmittelfrei) in der Region darstellen.

Ein energieeffizienter Betrieb soll durch

  • ein optimiertes Beleuchtungssystem
  • einem Verschattungskonzept mit außenliegenden Raffstore im Sommer sowie einer vertikalen innenliegenden Jalousie zum Sichtschutz im Winter
  • einer PV-Anlage zur Stromerzeugung,
  • einer Kühldecke (Stille-Kühlung) versorgt über eine Wärmepumpe,
  • einer Wärmeversorgung über ein Niedertemperatursystem versorgt durch eine Sole-Wasser Wärmepumpe mit Tiefenbohrungen erreicht werden.

Die Sanierung der Fassade, des Dachs, der Fenster und der Heizungsanlage trägt ebenfalls zur Energieeinsparung bei.

Energieabläufe werden mit einem Monitoringsystem beobachtet.

Verwendung von Materialien und Firmen aus der Region, um die lokale Wertschöpfung zu stärken und bei Problemen schnell jemanden vor Ort zu haben.

Die Brutto-Grundfläche wird wegen des erhöhten Platzbedarfs erweitert von 400m ² auf 467 m².

Ziele Planer Einen attraktiven Eingangsbereich für die Bankkunden schaffen.

Ein lichtdurchflutetes Gebäude schaffen.

Nachhaltig in natürliche und ökologische Baustoffe investieren (Recyclebares Haus), obwohl man keinen Unterschied im Ergebnis sieht. (Die Außenwand bzw. die verwendeten Sanitärrohre können von außen nicht von herkömmlichen Produkten unterschieden werden.)

 

 

Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten Gebäudehülle mit 20cm Fassadendämmplatten (Steinwolleplatten) gedämmt. U-Wert von 0,72 auf 0,16 W/(m²K).

Fußboden mit 40cm Schaumglasschotter gedämmt. U-Wert von 0,41 auf 0,2 W/(m²K).

Baustoffe

 Steinwolle zur Dämmung der Gebäudehülle.

Schaumglasschotter für die Fußbodendämmung.

Fensterqualität

Holz-Alu-Wärmeschutzfenster mit 3- Scheibenverglasung in WK2 Ausführung.

Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails Keine detaillierten Informationen vorhanden

Luftdichtigkeitskonzept Das Luftdichtigkeitskonzept wurde im Zuge der Sanierung verbessert. Mit dem Blower-Door-Test wurde ein Wert von 0,94 h-1 erreicht.

 

Haustechnik

Heizung

Das Heizsystem wurde von einem Gaskessel auf eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 6 Tiefenbohrungen umgestellt.

Die Heizungsverteilung erfolgt über eine Niedertemperaturheizung ausgeführt als Fußboden- und Deckenheizung.

Kühlung

Die Wärmepumpe wird zum Heizen als auch zum Kühlen verwendet und versorgt in der Kühlperiode die stille Deckenkühlung mit Kaltwasser.

Für den Serverraum war zur Bewältigung der Kühllast ein Splitgerät notwendig.

Lüftung Die Raumlufttechnikanlage hat einen Wärmerückgewinnungsgrad beim erforderlichen Luftwechsel von ca. 70%.

Sie dient, durch die spezielle Lüftungsführung, auch als Stützlüftung zur Vermeidung von Kondensatbildung an der Kühldecke.

Das WC wird durch gesonderte Abluftventilatoren extra belüftet um keine Geruchsbelästigung im Kundenbereich hervorzurufen.

Sanitär

Elektrische Durchlauferhitzer unter den Waschbecken liefern punktgenau Warmwasser und ersparen Leitungsverluste bei geringem Verbrauch.

Elektrik

Eine 155m² PV-Anlage mit einer Leistung von 28kWp wird Strom für den Eigenbedarf produzieren.

Energiesparlampen im gesamten Gebäude sowie eine LED-Beleuchtung im Außenbereich reduzieren den Strombedarf. Die gewonnene Energie der PV-Anlage deckt sich bilanzmäßig über das Jahr mit der verbrauchten Energie. Der restliche Strombedarf wird durch einen Ökostromanbieter gedeckt.

Im Eingangsbereich ist eine Visualisierung der aktuellen Energieerzeugung der PV-Anlage vorhanden. Diese informiert den interessierten Besucher, Kunden oder Mitarbeiter über die aktuelle Energiegewinnung.

Eine Stromtankstelle steht den Elektrofahrradbenutzern zum kostenlosen Laden zur Verfügung.

Regelungstechnik

Zentrale Bus-Steuerung.

Es werden drehzahlgeregelte Heizungspumpen eingesetzt und die Regelung der Raumheizung erfolgt über eine Außentemperatur-Steuerung.

Das Beleuchtungssystem wird durch einen außenlichtabhängigen Sensor gesteuert. Präsenzmelder in den Sanitär- und Sozialräumen sowie ein zentrales „Licht-Aus“ sparen ggü. einer konventionellen Steuerung 20% Energie.

Solaranlage Die Sonnenenergie wird durch eine PV-Anlage in Strom umgewandelt

 

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung

Drehzahlgeregelte Heizungspumpen

Beleuchtungssystem: Tageslichtgesteuert

Heizung: Außentemperaturgesteuert

Abwärmenutzung

Die Wärme der Abluft wird mit einem Wärmetauscher im Lüftungsgerät zurückgewonnen und der Zuluft zugeführt.

Nutzung Erneuerbarer Energiequellen PV-Anlage am Dach

Beheizung und Kühlung mittels Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 6 Tiefenbohrungen.

Besondere Lösungen

Das Gebäude ist sehr offen gestaltet. Dadurch wird erreicht, dass das Tageslicht die Räumlichkeiten optimal belichtet. Dies ergibt vor allem eine Reduktion der Energiekosten für Strom. Auch die tief stehende Sonne im Winter dringt tief in das Gebäude ein und unterstützt dadurch das Heizsystem. Im Sommer wird die Einstrahlung reduziert durch einen außen liegenden Raffstore.

Energietankstelle für die Öffentlichkeit.

 

 

 

Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.

Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf/ vorher

59,26 kWh/(m³a)

bzw. 163 kWh/(m²a)

Heizwärmebedarf/ nachher

11,12 kWh/(m³a)

bzw. 31 kWh/(m²a)

Kühlbedarf/ vorher 1,56 kWh/(m³a)
Kühlbedarf/ nachher 0,33 kWh/(m³a)

Folgende Werte gelten für das sanierte Gebäude:

Spezifische Heizlast

Vorher: 77,5 W/(m²BGF) bei BGF von 400m ²

Nachher: 25,67 W/(m²BGF) bei BGF von 467 m²

Erwartete CO2- Einsparung 30,88 t/a … -100%
Erwartete Kosteneinsparung im Betrieb Wärmeerzeugung mit Sole-Wasser-Wärmepumpe → keine Gas-Kosten mehr.

Durch die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage wird zusätzlich Energie gespart.

Mit der Photovoltaikanlage wird bilanzmäßig der Bedarfsstrom erzeugt. Der Reststrom wird durch einen Ökostromanbieter gedeckt.

Gesamte kalkulierte Energiekosteneinsparungen in 3 Jahren: € 27.015,00

Amortisationszeit 12-13 Jahre

 

Kosten

Investitionskosten Beantragte Investitionskosten: € 489.530,00

Umweltrelevante Investitionskosten: € 424.611,00

Einsparungen im Betrieb Erwartete Einsparung an Brennstoff:
  • durch die thermische Hülle des Gebäudes
  • die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage und
  • die Photovoltaikanlage am Dach.

HWB sinkt von 64.474 kWh auf 12.305 kWh.

Durch die Umstellung auf eine Wärmepumpe sinkt der jährliche Gasbedarf auf 0, was Einsparungen von 107 MWh Erdgas bedeutet.

Stromeinsparungen:

  • Beleuchtungsoptimierung
  • Stille Kühldecke
  • PV-Anlage
  • Netz-Strombezug um ca. 12 MWh/a verringert

Gesamte kalkulierte Energiekosteneinsparungen in 3 Jahren: € 27.015,00

Förderungen Beantragte Investitionskosten: € 489.530,00

Umweltrelevante Investitionskosten: € 424.611,00

Förderbasis: € 397.596,00

Förderungen: € 145.157,00 (bei Fördersatz von 36,51 %)

 

Performance

Messungen im Rahmen der Qualitätssicherung
Herstellung

Blower-Door-Test (Luftdichtheitstest)

n50 = 0,94 h-1

 

Dokumentation

Bauphase

Chronologie/ Bautagebuch Baubeginn: November 2011

Zubau EG: Fertigstellung Ende Feber

Flachdach: März

Siedeln: Anfang April ins Kellergeschoss

EG Altbestand Rohbau und Installationen: April

Innenputz — Estrich: Mai

Ausbauarbeiten: Juni / Juli

Möblierungen: Juli / August

KG / Außenanlage: September 2012

 

Persönliche Erfahrungen

Planungs-/Bauphase

Bericht zum Planungsprozess (Zusammenarbeit der Akteure, Schwierigkeiten, best practice Beispiele) Dass das Gebäude im Hochwasserschutzgebiet liegt musste bei der Planung der Wärmepumpenanlage berücksichtigt werden. Es gab allerdings keine Probleme mit der Kommissionierung.
Hindernisse im Planungsprozess (Genehmigungen/ Behörden/ Anrainer/…)

Im Zuge der Bauarbeiten für eine Grundwasserwärmepumpe zum Heizen und Kühlen ist man im Bereich der Filiale auf einen Felsen gestoßen, auf welchem die Raiffeisenbank steht.

Eine Grundwasserwärmepumpe war dadurch nicht realisierbar. Daher entschloss man sich 6 Tiefenbohrungen zu machen und eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zu installieren. Es wurden 2 Sonden je Bohrung in das Erdreich eingebracht.

Ziel war es ein Nullenergiehaus zu bauen, welches durch besonders effiziente Photovoltaikmodule erreicht werden soll. Das Monitoring wird erst Ergebnisse zeigen.

Empfehlungen

Eine gute Ausschreibung half die Baukosten der thermischen Sanierung in einem Bereich zu halten, indem andere Gebäude ohne ökologische Baustoffe auch liegen. Es konnte sogar eine billigere Sanierung lt. Bauherrn erreicht werden. Noch dazu sind durch die Installierung der Wärmepumpe und der PV-Anlage die Folgekosten, also die Betriebkosten, sehr gering.

Durch die aktive Einbindung der Mitarbeiter in den Planungsprozess konnten viele Ideen von diesen umgesetzt werden. Die Farbwahl in den Büros war frei; umweltfreundliche Produkte wurden verwendet.

 

Nutzung

Nutzungskomfort/ Erfahrungen Das Gebäude befindet sich noch in der Einregulierungsphase. Um optimale Verhältnisse für die Mitarbeiter zu schaffen wird mit einer Einstelldauer von einem Jahr gerechnet.

Bei den Mitarbeitern ist noch Bewusstseinsbildung hinsichtlich das trägen Heiz- und Kühlsystems notwendig.

Die gefühlte Wärme wurde durch die Sanierungsmaßnahmen verbessert. Der Luftvorhang im Eingangsbereich wird von den Mitarbeitern als Geräuschkulisse im Hintergrund empfunden. Die Einregulierungsphase soll hier noch Verbesserung bringen.

Die Kunden und vor allem „Häuselbauer“ zeigen großes Interesse an dem Gebäude und sind positiv überrascht. Die Barrierefreiheit im gesamten Gebäude und der behinderten gerechte Bankomat sind noch hervorzuhaben.

 

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  • FotoBestandsheizung 1 Beilage C3
  • FotoBestandsheizung 3 Beilage C3
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Mustersanierung: Projekte