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Kontakt

Raiffeisenbank Groß St. Florian-Wettmannstätten eGen

Ansprechperson: Dir. Ing. Franz Schönegger

Marktstraße 3
8522 Groß St. Florian

E-Mail

Webadresse

Planung - Schema Energiekonzept

Energieausweis

Raiffeisenbank, Groß-St. Florian - Wettmannstätten

Executive Summary

Die Filiale der Raiffeisenbank Groß-St. Florian - Wettmannstätten eGen führt eine thermische Sanierung und einen Umbau ihres Gebäudes aus dem Jahre 1970 durch.

Die Sanierung der Gebäudehülle erfolgt mittels 20cm Steinwolleplatten. Die oberste Geschossdecke wird mit 40cm EPS-Dämmplatten versehen, und der erdanliegende Boden erhält 16cm XPS Dämmung. Neue Holz-Alu-Wärmeschutzfenster mit außenliegendem Raffstore, zur Reduzierung der Kühllast, komplettieren die Bauteilsanierung.

Eine Raumlufttechnikanlage mit 75% Wärmerückgewinnungsgrad wird zur energetischen Gebäudeoptimierung eingebaut.

Die Wärmeversorgung wird von elektrischen Nachtspeicheröfen auf einen Fernwärmeanschluss sowie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe umgestellt. Die Wärmepumpe wird sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen verwendet. Die neue Heizungsverteilung erfolgt über eine Niedertemperatur-Fußboden- und Deckenheizung im Erdgeschoss sowie über Radiatoren im Obergeschoss. Über eine stille Kühlung (Kühldecke) werden im Sommer die Räume im Erdgeschoss temperiert.

Zur Steigerung der elektrischen Energieeffizienz wird das Beleuchtungssystem optimiert, indem die bestehenden Halogenspots und Rastereinbauleuchten durch ein LED-System bzw. durch Pendelleuchten mit tageslichtabhängiger Steuerung ersetzt werden.

Zusätzlich wird eine 40m²- Photovoltaikanlage mit einer Peak-Leistung von 5,50kW Strom für den Eigenbedarf produzieren. Der verbleibende Strombedarf wird über Ökostrom aus dem Netz gedeckt.

Ausgangszustand
Eigentümer/ Betreiber Raiffeisenbank Groß St. Florian-Wettmannstätten eGen
Ansprechpartner / Kontaktpersonen Dir. Ing. Franz Schönegger
Architekt

DI Wilhelm Luggin

Grünauerstraße 5, 8522 Groß St. Florian

zt@luggin.at

techn. Planer

HKLS:

Technisches Büro Ing. Bernhard Hammer

Haushamerstraße 2, 8054 Seiersberg

office.graz@tbh.at

 

Elektro:

TB Petar GmbH

Dornach 20, 8443 Gleinstätten

office@tbpetar.at

Standort Raiffeisenbank Groß St. Florian-Wettmannstätten eGen „Bankstelle Wettmannstätten“

A- 8521 Wettmannstätten, Wettmannstätten 100

Gebäudetyp Banken - Bankstelle
Errichtungsjahr Bestandsgebäude 1970
Größe (BFG) 285,72 m² auf 295,19 m² erweitert.
Zustand/ Ausstattung Bestand Das 1970 errichtete Gebäude in Massivbauweise, bestehend aus 30 cm Ziegelmauerwerk mit einer mineralischen Putzschicht, war nicht gedämmt. Auch der Fußboden und die Decke zum unbeheizten Dachraum wiesen keine Dämmung auf.

Noch dazu basiert das Wärmebereitstellungssystem auf Strom-Nachspeicheröfen.

Ersteres bedeutete einen Heizwärmebedarf von 112 kWh/(m²a) was durch eine Stromheizung aufgebracht werden musste.

Diese Kombination verursachte hohe Betriebskosten.

 

 Motiv für die Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme im Bestand Die Elektroheizung war nicht sehr effizient und teuer im Betrieb. Das nicht gedämmte und in die Jahre gekommene Gebäude entsprach nicht mehr dem Standard eines modernen Bankbetriebs. Vor allem den Mitarbeitern und den Kunden sollen energiesparende Maßnahmen und eine verbesserte Hülle zugute kommen.

 

Ziele
Wünsche / Ziele Bauherr Ökologie/ Energieeffizienz/ Komfort

Eine nachhaltige Bauweise soll einerseits eine ökologische Wirkung auf die Kunden haben, andererseits das Investment auf die nächsten 20 Jahre Geschäftbetrieb rechtfertigen. Energiesparende Maßnahmen und die eigene Stromerzeugung sollen vor Ort eine positive Wirkung auf die Kunden haben und den Verbrauch wesentlich optimieren.

Als wesentliche Gründe für die Umgestaltung galten die Schaffung von verbesserten Beratungsräumen, die Modernisierung des Bereichs Geld- und Kontoservice, die Neugestaltung der Foyerzone sowie die Verlegung des Eingangsbereiches.

Ziele Planer Nachhaltig in natürliche und ökologische Baustoffe investieren sowie den Mitarbeitern einen komfortablen Arbeitsplatz schaffen.

Bei gegebenem Grundriss eine moderne Beraterbank mit hellen, freundlichen Büros schaffen.

 

 

Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten

Gebäudehülle mit 20cm Fassadendämmplatten (Steinwolleplatten) gedämmt. U-Wert von 0,70 auf 0,116 W/(m²K).

Oberste Geschossdecke mit 40 cm EPS-Dämmplatten gedämmt um den U-Wert von 0,30 auf 0,09 W/(m²K) zu verbessern.

Fußboden gegen Erdreich mit 16cm XPS gedämmt. U-Wert von 0,3 auf 0,193 W/(m²K).

Baustoffe

Steinwolle zur Dämmung der Gebäudehülle.

XPS für die Fußbodendämmung und EPS zur Dämmung der obersten Geschossdecke.

Fensterqualität

Holz-Alu-Wärmeschutzfenster mit 3-Scheibenverglasung in WK2- Ausführung (U-Wertverbesserung von 2,5 auf durchschnittlich 0,79 W/(m²K)

Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails Keine detaillierten Informationen vorhanden

Luftdichtigkeitskonzept

Das Luftdichtigkeitskonzept wurde im Zuge der Sanierung verbessert.

 

Haustechnik

Heizung

Das Heizsystem wurde umgestellt von einer Stromheizung mit Nacht-Speicheröfen auf ein Nahwärmenetz der Marktgemeinde Wettmannstätten.

Die Heizungsverteilung erfolgt über eine Niedertemperaturheizung ausgeführt als Fußboden- und Deckenheizung.

Kühlung

Die Wärmepumpe wird sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen verwendet und versorgt in der Kühlperiode die stille Deckenkühlung mit Kaltwasser.

Auf ein Splitgerät wurde verzichtet, da Kühldecken einen wesentlich besseren Komfort für die Mitarbeiter bringen.

Lüftung

Die Raumlufttechnikanlage hat einen Wärmerückgewinnungsgrad beim erforderlichen Luftwechsel von ca. 75%.

Sie dient, durch die spezielle Lüftungsführung, auch als Stützlüftung zur Vermeidung von Kondensatbildung an der Kühldecke.

Die Versorgung des Lüftungsgerätes erfolgt im Heiz- und Kühlbetrieb über die Luft-/Wasserwärmepumpe.

Das WC wird durch gesonderte Abluftventilatoren extra belüftet um keine Geruchsbelästigung im Kundenbereich hervorzurufen.

Sanitär Dezentrale Warmwasserbereitung an den Zapfstellen um bei geringem Warmwasserbedarf Leitungsverluste zu vermeiden und punktgenau Warmwasser zu erzeugen.
Elektrik

Eine 40 m² PV-Anlage wird mit einer Leistung von 5,64 kWp jährlich 5,7 MWh an Strom für den Eigenbedarf produzieren.

Zur Steigerung der Energieeffizienz im Bereich Beleuchtung werden die bestehenden Halogenspots und Rastereinbauleuchten gegen ein LED-System getauscht. Durch die tageslichtabhängige Beleuchtung reduziert sich der Energieverbrauch weiter.

Zumal der PV- Strom tagsüber benötigt wird, wird ein hoher Eigenverbrauch erreicht. Der Reststrombedarf wird durch einen Ökostromanbieter bereitgestellt.

Regelungstechnik

Raumthermostat zur Steuerung der Fußboden- und Deckenheizung in den Büroräumlichkeiten.

Vorlauftemperatur ist Außentemperatur gesteuert.

Die Beleuchtung ist tageslichtgesteuert.

Solaranlage Die Sonnenenergie wird durch eine PV-Anlage in Strom umgewandelt.

 

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung Beleuchtungssystem: Tageslichtgesteuert.

Heizung: Außentemperaturgesteuert.

Viel Tageslicht durch eine Lichtkuppel in den Büroräumlichkeiten senkt den Stromverbrauch für Beleuchtung zusätzlich.

Abwärmenutzung Die Wärme der Abluft wird mit einem Wärmetauscher im Lüftungsgerät zurückgewonnen und der Zuluft zugeführt.
Nutzung Erneuerbarer Energiequellen PV-Anlage am Dach

Beheizung und vor allem Kühlung mittels Luft-Wasser-Wärmepumpe (Verdampfer am Dach angebracht).

Besondere Lösungen Modernes, lichtdurchflutetes Gebäude um möglichst viel Tageslicht zu nutzen. Dies wirkt sich im Winter auf den Heizwärmebedarf und ganzjährig auf den Strombedarf, durch die reduzierte elektrische Beleuchtung, positiv aus. An Tagen mit hoher Einstrahlung werden Außen-Raffstore zur Verschattung verwendet.

Wesentliche Verbesserung der Sicherheit der Kunden an den Selbstbedienungsautomaten – nicht mit dem Rücken zum Eingang.

Klimadecke statt Klimaanlage – sorgt für optimales Raumklima.

Invertertechnik bei der verwendeten Wärmepumpe: Die Kompressorleistung wird an die äußeren Bedürfnisse angepasst. Dadurch wird ein effizienterer Betrieb der Wärmepumpe erreicht.

 

 

Ergebnisse

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen.

Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf/ vorher 32,52 kWh/(m³a)

bzw. 112 kWh/(m²a)

Heizwärmebedarf/ nachher

8,37 kWh/(m³a)

bzw. 33 kWh/(m²a)

Kühlbedarf/ vorher 1,11 kWh/(m³a)
Kühlbedarf/ nachher 0,12kWh/(m³a)
Spezifische Heizlast Vorher: 63 W/(m²BGF) bei BGF von 285,72 m² (Defaultwert Heizlast lt. EA),

Nachher: 27,10 W/(m²BGF) bei BGF von 295,19 m² (Defaultwert Heizlast lt. EA)

Folgende Werte gelten für das sanierte Gebäude:

Erwartete CO2- Einsparung 14,44 t/a … -100%
Erwartete Kosteneinsparung im Betrieb Der Netzstrombezug kann um ca. 34,4 MWh/a reduziert werden durch
  • neu errichtete PV-Anlage
  • Wärmepumpe
  • energieeffiziente Beleuchtung

Gesamte Energiekosteneinsparungen in 3 Jahren: € 14.271,00

 

 Kosten

Investitionskosten

Beantragte Investitionskosten: € 285.775,00

Umweltrelevante Investitionskosten: € 254.513,00

Einsparungen im Betrieb

Erwartete Einsparung an Strom:

  • durch die thermische Hülle des Gebäudes
  • die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage,
  • die Photovoltaikanlage am Dach,
  • sowie die Umstellung des Heizsystems auf Nahwärme aus dem örtlichen Netz.

HWB sinkt von 32,52 kWh/(m³a) auf 8,37 kWh/(m³a).

Stromeinsparungen durch:

  • Beleuchtungsoptimierung
  • Stille Kühldecke
  • PV-Anlage
  • Netz-Strombezug um ca. 34,4 MWh/a verringert

Gesamte Energiekosteneinsparungen in 3 Jahren: € 14.271,00

Förderungen

Beantragte Investitionskosten: € 285.775,00

Umweltrelevante Investitionskosten: € 254.513,00

Förderbasis: € 240.242,00

Förderungen: € 101.388,00 (bei Fördersatz von 42,20 %)

 

 

Persönliche Erfahrungen

Planungs-/Bauphase

Bericht zum Planungsprozess (Zusammenarbeit der Akteure, Schwierigkeiten, best practice Beispiele) Eine gute Bau- und Technikplanung sorgte für wenige Probleme während der Bauphase.

Die Monitoring- Messpunkte waren verhältnismäßig teuer.

Die Vordach-Holzkonstruktion sowie das gesamte Gebäude wurden ökologisch und energieeffizient errichtet. Die Kostentreiber waren die zu leistenden Arbeitsstunden und die verwendeten Dämmstoffe. Hier sind teilweise noch große Preisunterschiede am Markt vorhanden.

Durch die Ziele einer vollinhaltlichen ökologischen Bauweise, sowie für Mitarbeiter optimale Arbeitsverhältnisse zu schaffen und ein interessantes Objekt für die Kunden zu errichten, wurden diese Mehrkosten in Kauf genommen.

Hindernisse im Planungsprozess (Genehmigungen/ Behörden/ Anrainer/…) Keine nennenswerten Hindernisse im Planungsprozess.
Empfehlungen

Wertschöpfung für die Region: Mit der Ausführung der anstehenden Aufgaben wurden vorwiegend Unternehmen aus der Region beauftragt. Somit blieb die Wertschöpfung in der Region erhalten.

Auf Erfahrungswerte bauen – natürliches Licht erhöht das Wohlbefinden – die außenlichtabhängige Steuerung aber individuell übersteuerbar.

Helle, ansprechende und auf viel Tageslicht setzende Bauweise.

 

Nutzung

Nutzungskomfort/ Erfahrungen Es gibt erst wenige Erfahrungen hinsichtlich des Nutzerkomforts, da das Gebäude erst im Oktober 2012 bezogen wurde. Daher kann auch hinsichtlich des Energieverbrauchs noch keine Aussage getroffen werden.

Die Mitarbeiter meldeten ein ausgezeichnetes Arbeitsplatzklima zurück.

Der Bedienkomfort ist hoch, da alles über einen Bildschirm gesteuert werden kann.

Das Gebäude befindet sich allerdings noch in der Einregulierungsphase.

 

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