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Kontakt

Raiffeisenbank Obdach/ Weisskirchen eGen

Ansprechperson: Harald Pessenhofer

Hauptstraße 18b

A- 8742 Obdach

E-Mail

 

Energieausweise

Raiffeisenbank, Obdach-Weißkirchen

Executive Summary

Die Raiffeisenbank Obdach-Weißkirchen hat ihre Bankstelle in Weißkirchen mit umfassenden Maßnahmen thermisch saniert. Dabei wurden die oberste Geschoßdecke, die Wände und Decken gegen unbeheizte Räume, die Flachdächer und die Fassade mit entsprechender Wärmedämmung versehen, die bestehenden Fenster und Alu-Portale wurden durch energieeffiziente Konstruktionen (Dreischeiben-Verglasung, wärmegedämmte Profile) ersetzt.

Zur Vermeidung der sommerlichen Überwärmung wurde eine außenliegende Verschattung an den Fassaden im Süden und Westen angebracht. Zusätzlich wurde eine 129 m² Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 18,7 kWp errichtet, die vornehmlich den Eigenbedarf an elektrischer Energie abdeckt.

Ausgangszustand
Eigentümer/ Betreiber Raiffeisenbank Obdach/ Weisskirchen eGen
Ansprechpartner / Kontaktpersonen Harald Pessenhofer
Standort A- 8741 Weisskirchen, Kärntner Straße 7
Gebäudetyp  Bankfiliale
Errichtungsjahr Bestandsgebäude 1976
Zustand/ Ausstattung Bestand Baulich zwar noch intakt, entsprach das Gebäude nicht mehr den funktionalen Ansprüchen eines zeitgemäßen Bankgebäudes

 

Motiv für die Sanierung

Mängel/ Schwachstellen/ Probleme im Bestand Neben der Verbesserung der Energieeffizienz sollte auch die Neugestaltung des Kassenraums dem Auftritt der Bank ein neues Gesicht geben
Ziele
Wünsche / Ziele Bauherr Ökologie/ Energieeffizienz/ Komfort Im Zuge einer anstehenden Fenstersanierung wurden Thermografieaufnahmen gemacht, die eine wärmetechnisch mangelhafte Gebäudehülle sichtbar machten. In der darauf folgenden Diskussion formte sich der Wille, ein für die Region musterhaftes Sanierungsprojekt anzustoßen. Parallel kam aus dem regionalen Bankenverband das Signal, dass alle Filialen eine Sanierung anstreben sollten und dafür auch Rückhalt und fachliche Unterstützung angeboten bekommen.

Kennzahlen

Der spezifische Heizwärmebedarf beschreibt die erforderliche Wärmemenge pro Quadratmeter beheizte Bruttogeschossfläche, die ein Gebäude an einem bestimmten Ort (Klima) oder bei einem Referenzklima pro Jahr benötigt, um die Innenraumtemperatur auf 20 Grad Celsius zu halten.

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen

Als Heizlast versteht man jene Wärmemenge die notwendig ist, um den Wärmeverlust von Räumen auszugleichen.

Die Kühllast ist eine aus einem Raum abzuführende Wärmelast, die notwendig ist, um einen vorgegebenen Raumluftzustand zu erreichen oder zu erhalten.

Heizwärmebedarf/ vorher 189 kWh/(m2a)
Heizwärmebedarf/ nachher  35 kWh/(m2a)

Folgende Werte gelten für das sanierte Gebäude:

Kühlbedarf 0,83 kWh/(m3a)
Erwartete CO2- Einsparung 75t/a
Erwartete Kosteneinsparung im Betrieb 12.800,-EUR/a
Amortisationszeit 27 Jahre
Maßnahmen

Gebäudehülle

Bauteilaufbauten

Dämmung der Außenwand mit 30cm Mineralschaumplatten, am Dach mit 40cm Polystyrol auf U-Wert 0,09W/m2K

Baustoffe Dämmung überwiegend mit Mineralschaumplatten, teilweise Polystyrol
Fensterqualität Alu- Portale neu mit 3 Scheiben Wärmeschutzverglasung Uw=0,95W/(m2K)
Vermeidung von Wärmebrücken, Anschlussdetails Fensteranschlüsse im Detail geplant

Haustechnik

Heizung Wärmeerzeugung erfolgt über Biomasse- Fernwärme. Das bestehende Heizsystem wird im Zuge der Sanierung durch Einbau von Strangregulierventilen und Pumpen der Klasse A energieeffizienter gemacht
Kühlung Es wurde bewusst keine Kühlung vorgesehen, da im lokalen Klima und unter Nutzung der passiven Maßnahmen (Beschattung, Querdurchlüftung) ausreichende Behaglichkeit hergestellt werden kann.
Lüftung Erfolgt über die Fenster
Sanitär

Warmwasserbereitung erfolgt ebenso wie Heizung über bestehende Fernwärmeanbindung (Biomasse)

Regelungstechnik

Einbau geregelter Heizungspumpen

Solaranlage

Photovoltaikanlage mit rund 127m2

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung

Pumpentausch, Strangregulierventile in der Heizung

Nutzung Erneuerbarer Energiequellen  Solarstromanlage
Ergebnisse

Kosten

 Investitionskosten

348.000,- EUR

 Einsparungen im Betrieb  12.800,- EUR/a
 Förderungen   115.000,- EUR
 Kosten je m2 BGF  386,- EUR/ m2 BGF
Dokumentation

Bauphase

Chronologie/ Bautagebuch

Juni 2011: Start der Sanierung

Sommer 2011: Fassadenarbeiten, Fenstertausch

Jahresende 2011: Abschluss der Sanierung

Persönliche Erfahrungen

Planungs-/Bauphase

Bericht zum Planungsprozess (Zusammenarbeit der Akteure, Schwierigkeiten, best practice Beispiele)
  • Als wichtig stellte sich heraus, dass bei der Planug der thermischen Sanierung frühzeitig auch der Energieausweis und die Haustechnik mitgeführt wurden, da somit alle erforderlichen Unterlagen für Fördereinreichung rechtzeitig bei der Hand waren und sodann alle Fristen für die Einreichung bei Förderprogrammen eingehalten werden konnten.
  • Die Hauptgewerke (Fensterbau, Fasadenbau, Dachdecker) wurden bewusst an Firmen in der Region vergeben, um die regionale Wertschöpfungskette zu stärken. Den Firmen wurde die zusätzliche Werbewirkung über die Öffentlichkeitswirksamkeit der Mustersanierung als Zusatznutzen verkauft.
Hindernisse im Planungsprozess (Genehmigungen/ Behörden/ Anrainer/…)
  • Start der Sanierung war ursprünglich für März 2011 terminisiert, aufgrund von Schwierigkeiten bei der terminlichen Koordination der ausführenden Firmen konnte erst im Juni begonnen werden.
  • Eine weitere Verzögerung resultierte aus der Entdeckung, dass laut Plan für Holzträger gehaltene Elemente sich auf der Baustelle bei Freilegung als Stahlträger entpuppten und die Planung entsprechen geändert werden musste.
Empfehlungen
  •  In der wöchentlichen Baubesprechung wurden jene Tätigkeiten, die wegen Lärm- oder Staubentwicklung für die Bankarbeit störend sind, koordiniert und in verträgliche Zeitfenster gelegt.
  • Eine intensive Kommunikation zu Ziel, Hintergrund, möglichen Beeinträchtigungen und Ablauf/ Termine der Sanierung ermöglichte, dass alle Beteiligten (Kund/innen, Mitarbeiter/innen) sich auf die Umstände einstellen konnten.
  • So hatten z.B. die Kund/innen in der intensiven Sanierungsphase den Hintereingang zu benutzen oder die Mitarbeiter/innen wurden teilweise durch Baustellenlärm am Arbeitsplatz beeinträchtigt, konnten aber aufgrund des bekannten Termins vorab schon reagieren. Die potentiell am meisten störenden Arbeiten konnten in die Mittagspause gelegt werden.

 

Nutzungskomfort/ Erfahrungen
  • Die Nutzer/innen sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Sanierung. So war zum Beispiel das Innenraumklima während der Hitzeperiode Juni/ Juli 2012 angenehm kühler als in der – thermisch nicht sanierten - Filiale im Nachbarort.
  • Das Lüftungsverhalten zur Ablüftung von Wärme morgens bei Betreten des Büros ist noch in Einübung, damit eine Überwärmung gänzlich ausgeschlossen werden kann.

 

 

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Mustersanierung: Projekte