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Zertifizierungssysteme

Aktuelle Nachhaltigkeitszertifizierungen für Gebäudesanierungen im Überblick

Ähnlich wie in der Lebensmittelbranche oder bei Bauprodukten gibt es seit einigen Jahren Zertifizierungssysteme für Gebäude, die nachweisen sollen, dass das betreffende Gebäude „nachhaltig“ ist. Vor zehn Jahren waren Gebäudezertifizierungen noch relativ rar. Durch die Immobilienkrise im Jahr 2008, steigende Energiepreise und wachsendes Umweltbewusstsein entstand jedoch ein richtiger Zertifizierungs-Hype. Bauherren und Investoren wollten durch die Zertifizierung nachweisen, dass ihre Gebäude eine höhere Qualität besitzen als andere. Viele neue Gebäude wurden gelabelt und damit wuchs auch die Vielfalt der Zertifizierungssysteme.

Für Österreich sind derzeit sechs Zertifizierungssysteme relevant. Das GreenBuilding Label der EU, klima:aktiv, TQB (ÖGNB), ÖGNI (DGNB), LEED und BREEAM. Durch die unterschiedlichen Wurzeln der einzelnen Zertifizierungssysteme, deren mannigfachen Schwerpunktsetzungen, deren nationaler oder internationaler Marketingpräsenz und der Erstellungskosten unterscheiden sich die Systeme wesentlich.

Zertifizierungssysteme für Sanierungen gibt es im amerikanischen und britischen Raum schon länger. Die österreichischen Systeme haben erst seit kurzem Sanierungskriterien erstellt bzw. sind gerade dabei welche aufzubauen.

Nutzen für den Bauherren

Die Marketingpräsenz ist derzeit der Hauptgrund, warum Bauherren ihr Gebäude zertifizieren lassen. So kann Qualität gezeigt und CSR dargestellt werden.

Die Kriterienkataloge der Gebäudezertifizierungssysteme können jedoch auch „nur“ als Checkliste für den Planungsverlauf verwendet werden. Der Bauherr kann anhand dieser Checkliste seine Ziele im Bereich Nachhaltigkeit definieren und prüfen. Der Planer kann sich damit auf konkrete Ziele des Bauherrn einstellen und diese in der Planung von Beginn an berücksichtigen.

Im Zuge der Planung kann anhand des Kriterienkatalogs dann überprüft werden, welche Aspekte noch das Ziel der Nachhaltigkeit verfolgen und welche u.U. durch Umplanungen gefährdet sind.

Empfehlung

Je früher man den Kriterienkatalog eines Zertifizierungssystems in die Planung mit einbezieht, desto geringer sind die Mehrkosten. Je später darauf geachtet wird, desto höher ist der Aufwand für die Umplanung oder umso niedriger die Punkteanzahl bei der Bewertung.

Da die einzelnen Systeme jedoch sehr unterschiedlich sind, ist es sinnvoll sich vorab zu erkundigen, welchen Schwerpunkt das Zertifizierungssystem verfolgt, ob es in jenen Märkten präsent ist, die einem wichtig sind bzw. wie hoch der Aufwand bzw. die Erstellungskosten sind. Auf dieser Website werden die einzelnen Zertifizierungssysteme im Überblick beschrieben und eine Gegenüberstellung der jeweiligen Inhalte und Anforderungsniveaus dargestellt.

 
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